Gisela Schlüter, bekannt als die "Quasselstrippe der Nation", ist der Inbegriff des schnellen "Fernseh-Mundwerks" und hat immer die Lacher auf ihrer Seite. Mit ihrer beeindruckenden Fähigkeit, bis zu 480 Silben pro Minute zu sprechen, wurde sie zu einer Ikone der Nachkriegsunterhaltung.
Jugend und Ausbildung
Geboren am 6. Juni 1914 in Berlin, wuchs sie in Dresden auf. Ihre Eltern waren ein Berufsoffizier und eine tschechische Mutter. Schon früh verspürte sie eine Leidenschaft für die Bühne, doch ihre Körpergröße von 1,76 m stellte eine Hürde für ihre Ambitionen als Tänzerin dar. Schließlich nahm sie Schauspielunterricht unter der Anleitung des renommierten Schauspielers Erich Ponto und wirkte im Alter von 19 Jahren an verschiedenen Filmproduktionen mit, wodurch sie sich im Kabarett einen Namen machte - unter anderem in der Berliner Scala und am "Kabarett der Komiker", wo sie mit Liesl Karlstadt und Karl Valentin arbeitete.
In der Berliner Komödie überraschte Gisela Schlüter mit ihrer Zungenfertigkeit im Boulevard-Stück "Vorsicht, Brigitte". Es folgten Auftritte im Hörfunk, bei denen sie in Quizsendungen ihrer frechen Komik Ausdruck verlieh. In der umstrittenen NS-Propagandaserie "Liese und Miese" war sie an der Seite von Brigitte Mira zu sehen, wo ihre Rolle als "Liese" im Sinne der Nazi-Propaganda mehr Sympathien erregte als die "Miese". Das Propagandaministerium setzte die Serie rasch ab.
Als Filmschauspielerin tritt Gisela Schlüter unter anderem in "Wir tanzen um die Welt" (1939), "Der Tiger von Eschnapur" (1937) mit Theo Lingen, "Eine Nacht im Mai" (1938), "Das indische Grabmal" (1937), "Sechs Tage Heimaturlaub" (1941) und "Unsere Tante ist das Letzte" (1973) auf. Besonders populär wurde sie durch ihre Auftritte in der Sendung "Zwischenmahlzeit", die sie ab 1963 moderierte. In der Musikkomödie "Die lustigen Vier von der Tankstelle" sah man sie 1972 neben Uschi Glas und Michael Schanze.
Gisela Schlüter begann ihr Fernsehdebüt in Vico Torrianis Show "Grüzi Vico" und entwickelte bald ihre eigene Sendung "Zwischenmahlzeit". In dieser Show bewies sie als dominante Showmasterin, warum sie den Spitznamen "Lady Schnatterly" trägt. Persönlichkeiten wie Heinz Erhardt, Heidi Kabel, Henry Vahl und politische Figuren wie Franz Josef Strauß waren oft ihre Gäste. Für ihre Verdienste erhielt sie 1976 die "Goldene Kamera".
Tod
Am 28. Oktober 1995 starb Gisela Schlüter an den Folgen eines Schlaganfalls im oberbayerischen Bad Kohlgrub.
