Startseite/Personen/Konrad Adenauer

Konrad Adenauer

4 Min. LesezeitPersonen
Konrad Adenauer
Foto: Katherine Young (1906-1993)CC BY-SA 3.0 deWikimedia Commonsin das WebP-Format umgewandelt

Zusammenfassung

Mit väterlicher Hand führt er die Deutschen nach den Jahren des Nationalsozialismus zurück in die Riege der demokratischen Nationen, Konrad Adenauer prägt als erster Bundeskanzler des Landes eine ganze Ära. Er stellt die Weichen für die Westbindung der Bundesrepublik und söhnt die Deutschen mit ihren Nachbarn aus. Nach wie vor gilt der charismatische Rheinländer als beliebtester Deutscher des vergangenen Jahrhunderts. Oberbürgermeister von Köln Konrad Hermann Joseph Adenauer wird am 5. Januar 1876 in Köln geboren.

Mit väterlicher Hand führt er die Deutschen nach den Jahren des Nationalsozialismus zurück in die Riege der demokratischen Nationen, Konrad Adenauer prägt als erster Bundeskanzler des Landes eine ganze Ära. Er stellt die Weichen für die Westbindung der Bundesrepublik und söhnt die Deutschen mit ihren Nachbarn aus. Nach wie vor gilt der charismatische Rheinländer als beliebtester Deutscher des vergangenen Jahrhunderts.

Oberbürgermeister von Köln

Konrad Hermann Joseph Adenauer wird am 5. Januar 1876 in Köln geboren. 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, wird er zum Oberbürgermeister von Köln gewählt, ein Amt, das er bis 1933 innehat. In dieser Zeit modernisiert er die Stadt grundlegend, unter anderem entstehen neue Hafenanlagen, ein Grüngürtel, Sportanlagen und Messegelände.

Verfolgung im Nationalsozialismus

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verliert Adenauer alle seine Ämter und wird in den folgenden Jahren immer wieder verfolgt. Im September 1944 wird er von der Gestapo im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet und inhaftiert.

Gründung der CDU und Bundeskanzlerschaft

Nach dem Krieg widmet sich Adenauer dem Aufbau der Christlich Demokratischen Union (CDU), mit der er protestantische und katholische Deutsche in einer Partei vereinen will. 1949 wird er zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt, ein Amt, das er bis 1963 ausübt. Seine Politik richtet sich konsequent auf die feste Verankerung Deutschlands im westlichen Bündnissystem aus; unter seiner Führung erlebt das Land zudem das sogenannte Wirtschaftswunder.

Élysée-Vertrag und Tod

Am 22. Januar 1963 unterzeichnet Konrad Adenauer gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle in Paris den Élysée-Vertrag, der die deutsch-französische Aussöhnung besiegelt und bis heute die Grundlage der engen Partnerschaft beider Länder bildet. Konrad Adenauer stirbt am 19. April 1967 in seinem Wohnhaus in Rhöndorf.

Mit 73 Jahren Bundeskanzler, mit einer Stimme Mehrheit

Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Von 1917 bis 1933 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt, also sechzehn Jahre lang. Am 13. März 1933 setzten ihn die Nationalsozialisten ab.

Am 15. September 1949 wählte ihn der Bundestag zum ersten Kanzler der Bundesrepublik, mit 202 von 402 Stimmen. Das ist die denkbar knappste Mehrheit, und es ist überliefert, dass eine dieser Stimmen seine eigene war. Am 16. September 1949 trat er das Amt an, im Alter von 73 Jahren.

DatumVorgang
1917 bis 1933Oberbürgermeister von Köln
13. März 1933Absetzung durch die Nationalsozialisten
30. Juni 1934zwei Tage Haft im Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch
23. August 1944Verhaftung nach dem Attentat vom 20. Juli
26. November 1944vorzeitige Entlassung
14. August 1949erste Bundestagswahl
15. September 1949Wahl zum Kanzler mit 202 von 402 Stimmen
1955Beitritt der Bundesrepublik zur NATO
1963Ende der Kanzlerschaft

Zweimal in Haft, beide Male unter den Nationalsozialisten

Nach seiner Absetzung 1933 wurde Adenauer zweimal inhaftiert: am 30. Juni 1934 für zwei Tage im Zusammenhang mit dem sogenannten Röhm-Putsch und am 23. August 1944 nach dem Attentat vom 20. Juli. Aus dieser zweiten Haft kam er am 26. November 1944 vorzeitig frei.

Diese Jahre sind der Grund, warum er 1949 überhaupt zur Verfügung stand. Ein Mann von 73 Jahren, der zwölf Jahre lang aus jedem Amt entfernt war, hatte keine Belastung durch das Regime, und genau das war die Voraussetzung für den Neuanfang.

Vierzehn Jahre Kanzlerschaft

Adenauers Amtszeit dauerte von 1949 bis 1963, also vierzehn Jahre. In diese Zeit fällt die Westbindung der Bundesrepublik, deren sichtbarster Schritt der Beitritt zur NATO im Jahr 1955 war.

Gestorben am 19. April 1967 in Rhöndorf

Konrad Adenauer stirbt am 19. April 1967 in Rhöndorf im Alter von 91 Jahren und 104 Tagen.

Zwischen seinem Amtsantritt als Kölner Oberbürgermeister 1917 und dem Ende der Kanzlerschaft 1963 liegen 46 Jahre, unterbrochen von zwölf Jahren erzwungener Untätigkeit. In diesem Bestand steht mit Willy Brandt der Mann, der sechs Jahre nach Adenauers Tod dasselbe Amt übernahm und aus der entgegengesetzten Richtung kam: aus der Emigration statt aus dem Rheinland.

Schlagwörter

Personen

Dazu passt