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Anneliese Rothenberger

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Anneliese Rothenberger
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Zusammenfassung

Anneliese Rothenberger gehört zu den erfolgreichsten deutschen Opernsängerinnen der Nachkriegszeit. Als lyrischer Koloratursopran feiert sie an der Hamburgischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper und der New Yorker Metropolitan Opera Triumphe, vor allem als Mozart- und Richard-Strauss-Interpretin. Ab den siebziger Jahren wird sie zusätzlich durch eigene Musiksendungen im ZDF zu einer der bekanntesten Fernsehpersönlichkeiten Deutschlands. Kindheit und Ausbildung Anneliese Rothenberger wird am 19. Juni 1924 in Mannheim geboren, als ältestes Kind des Kaufmanns Josef Rothenberger und seiner Frau Sophie.

Anneliese Rothenberger gehört zu den erfolgreichsten deutschen Opernsängerinnen der Nachkriegszeit. Als lyrischer Koloratursopran feiert sie an der Hamburgischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper und der New Yorker Metropolitan Opera Triumphe, vor allem als Mozart- und Richard-Strauss-Interpretin. Ab den siebziger Jahren wird sie zusätzlich durch eigene Musiksendungen im ZDF zu einer der bekanntesten Fernsehpersönlichkeiten Deutschlands.

Kindheit und Ausbildung

Anneliese Rothenberger wird am 19. Juni 1924 in Mannheim geboren, als ältestes Kind des Kaufmanns Josef Rothenberger und seiner Frau Sophie. Ihr Bruder Heinz stirbt 1928 nach einem Unfall mit einem Postbus. Schon als Kind fällt ihre Stimme auf, und sie erhält Gesangsunterricht an der Hochschule für Musik und Theater Mannheim bei der Sopranistin Erika Müller, die selbst als Richard-Strauss-Sängerin bekannt war. Mit sechzehn Jahren tritt Rothenberger erstmals öffentlich in Konzerten auf.

Im Herbst 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, beginnt ihre Bühnenlaufbahn am Theater Koblenz, wo sie als Elevin engagiert wird und dort die Christel in Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" singt. Während einer Landverschickung lernt sie eine untergetauchte Hamburger Jüdin kennen - eine Begegnung, die sich nach Kriegsende als glücklicher Zufall erweist: Die Frau führt sie in Hamburger Kulturkreise ein und verhilft ihr so zum Anschluss an die dortige Oper.

Opernkarriere

1946 wird Rothenberger an die Hamburgische Staatsoper engagiert, wo sie 1947 als Oscar in Verdis "Un ballo in maschera" debütiert. Von dort aus beginnt eine internationale Karriere: 1952 singt sie erstmals bei den Edinburgh Festspielen, ab 1953 tritt sie regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf, denen sie bis 1973 treu bleibt und für die sie später mit der Max-Reinhardt-Plakette ausgezeichnet wird. 1956 wechselt sie an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf, ein Jahr später wird sie festes Mitglied der Wiener Staatsoper, der sie bis 1975 angehört.

Ihr Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera gibt Rothenberger im November 1960 als Zdenka in Richard Strauss' "Arabella"; bis 1965 singt sie dort in insgesamt 48 Vorstellungen. Besonders gefeiert wird ihre Sophie im "Rosenkavalier", die ihr international den Ruf einer der besten Interpretinnen dieser Partie einbringt. Daneben gehören die Konstanze in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", die Susanna in "Le nozze di Figaro" und weitere Mozart- und Strauss-Rollen zu ihrem Kernrepertoire. 1961 gastiert sie erstmals an der Mailänder Scala.

Rothenbergers Repertoire reicht über Mozart und Strauss weit hinaus: Sie singt Partien von Monteverdi, Händel, Gluck, Verdi, Puccini, Rossini und Bizet ebenso wie zeitgenössische Werke von Hindemith, Britten, Orff und Alban Berg - ihre Darstellung der Lulu in Bergs gleichnamiger Oper gilt als besonders mutige Rollenwahl für eine auf das lyrische Fach spezialisierte Sängerin. Tourneen führen sie unter anderem nach Südamerika, in die Sowjetunion, nach Kopenhagen, Montreal, Zürich und Florenz. Für ihre Verdienste wird sie 1963 zur Bayerischen und 1967 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt; 1966 erhält sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1976 das Große Bundesverdienstkreuz.

Fernsehkarriere

Ab den sechziger Jahren wird Rothenberger auch im Fernsehen bekannt, unter anderem durch die Sendereihe "Heute Abend: Anneliese Rothenberger" (1967 bis 1970). Ihren größten Publikumserfolg als Fernsehmoderatorin hat sie mit der ZDF-Reihe "Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre" (1971 bis 1981), in der sie internationale Gäste aus der Musikwelt empfängt. Es folgen "Anneliese Rothenberger stellt vor" (1975 bis 1986) und "Traumland Operette" (1982 bis 1986), in denen sie auch selbst singt und damit dem Operettenfach im Fernsehen treu bleibt, während ihre Bühnenauftritte in diesem Genre eher selten sind. Diese Fernsehpräsenz macht sie einem Millionenpublikum bekannt, das mit klassischer Oper sonst kaum in Berührung kommt, was ihr von Teilen der Kritik allerdings auch Vorwürfe der Kommerzialisierung einträgt.

Privatleben und Tod

Von 1954 bis zu dessen Tod 1999 ist Anneliese Rothenberger mit dem Journalisten und Lyriker Gerd Wendelin Dieberitz verheiratet, den sie in ihren ersten Hamburger Jahren kennenlernt und der zugleich ihr Manager wird. 1983 beendet sie ihre Opernkarriere, bis 1989 gibt sie noch Liederabende. Zu einem Comeback lässt sie sich danach nicht mehr bewegen: Lieber höre sie den Satz "Schade, man hört Sie gar nicht mehr" als "Die Alte singt ja immer noch", sagt sie in einem Interview.

Nach dem Tod ihres Mannes zieht sich Rothenberger in die Schweiz an den Bodensee zurück. Ihr letzter öffentlicher Auftritt findet am 26. Oktober 2003 statt, als sie den Echo Klassik für ihr Lebenswerk entgegennimmt. Anneliese Rothenberger stirbt am 24. Mai 2010 im Alter von 85 Jahren im schweizerischen Münsterlingen; sie wird anonym auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

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