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Baldur Springmann

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Baldur Springmann
Foto: Holger HauschildtCC BY 4.0Wikimedia Commonsaus dem Original (2000 px) auf 960 px Breite verkleinert und in das WebP-Format umgewandelt

Zusammenfassung

Der als "Öko-Opa" bekanntgewordene Baldur Springmann ist viele Jahre Gallionsfigur der neu entstandenen "Grünen" - er selbst bezeichnet sich als Ökosoph. Durch seine völkisch-esoterische Weltanschauung gerät er bald ins Abseits und in den frühen Achtzigern verlässt der religiöse Deutschlandtümler die mittlerweile etablierte Umweltpartei im Streit Frühe Jahre Baldur Springmann wird am 31. Mai 1912 im nordhein-westfälischen Hagen geboren - sein Vater Theodor Springmann jr. ist der Erbe eines Hagener Fabrikbesitzers. Bereits nach dem Abitur will er Bauer werden, macht eine landwirtschaftliche Lehre, studiert Landwirtschaft und kauft sich von seinem Erbteil ein rund 50 Hektar großes Anwesen bei Wismar in Mecklenburg (Wikipedia, Stand 23.

Der als "Öko-Opa" bekanntgewordene Baldur Springmann ist viele Jahre Gallionsfigur der neu entstandenen "Grünen" - er selbst bezeichnet sich als Ökosoph. Durch seine völkisch-esoterische Weltanschauung gerät er bald ins Abseits und in den frühen Achtzigern verlässt der religiöse Deutschlandtümler die mittlerweile etablierte Umweltpartei im Streit

Frühe Jahre

Baldur Springmann wird am 31. Mai 1912 im nordhein-westfälischen Hagen geboren - sein Vater Theodor Springmann jr. ist der Erbe eines Hagener Fabrikbesitzers. Bereits nach dem Abitur will er Bauer werden, macht eine landwirtschaftliche Lehre, studiert Landwirtschaft und kauft sich von seinem Erbteil ein rund 50 Hektar großes Anwesen bei Wismar in Mecklenburg (Wikipedia, Stand 23. September 2026). "Anders leben" - was die ökologische Bewegung der siebziger und achtziger Jahre bewegt, hat Baldur Springmann Zeit seines Lebens praktiziert. Bereits für den Fünfzehnjährigen ist klar, dass er nicht die Schraubenfabrik des Großvaters im westfälischen Hagen übernehmen will, "dass ich in dieser Art von Industrie, von der ich Todeskälte ausgehen spürte, nicht würde leben und arbeiten können". Ganz nahe "am Puls des Lebens" will er sein, und ein "Bauer mit Leib und Seele". Unter genau diesem Titel veröffentlicht Baldur Springmann später auch seine zweibändigen Lebenserinnerungen "Das weiße Wolkenschiff" und "Heimat aus Licht" - 1987 folgt mit "Partner Erde. Einsichten eines Öko-Bauern" ein weiteres Buch, in dem er seine Sicht auf die biologisch-dynamische Landwirtschaft darlegt.

Karriere

NS-Zeit und Neuanfang als Biobauer

Zur Zeit des Nationalsozialismus dient Baldur Springmann als Leutnant bei der "Schwarzen Reichswehr", ist Mitglied beim "Stahlhelm" sowie Jugendbetreuer beim "Reichsnährstand". Zudem ist er von November 1933 bis März 1934 Mitglied der SA, ab November 1936 der SS und stellt im November 1939 den Aufnahmeantrag für die NSDAP, der zum 1. Februar 1940 unter der Mitgliedsnummer 7.433.874 angenommen wird (Wikipedia, Stand 23. September 2026). Im Zweiten Weltkrieg ist Baldur Springmann zuletzt im Range eines Kapitänleutnants Batteriechef einer Flugabwehrbatterie in Kiel und in Swinemünde. Bei Kriegsende gelingt ihm die Flucht vor der Roten Armee über die Ostsee. 1950 siedelt er sich auf dem Hof Springe im schleswig-holsteinischen Geschendorf an. Er stellt seinen Hof schon bald auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um. 1942 heiratet er Ilse Bünsow, mit der er bis zu ihrem Tod 1981 auf dem Hof lebt und arbeitet (Wikipedia, Stand 23. September 2026). "Als meine Frau und ich damit begannen, den Kunstdünger wegzulassen, haben uns die Leute im Dorf für verrückt erklärt", betont er in einem Interview.

Religiöse und weltanschauliche Wende

Mitte der fünfziger Jahre lernt Baldur Springmann auf einer Veranstaltung in Lübeck die "Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft" kennen - über zehn Jahre ist er Leiter einer Unitarier-Gemeinde in Bad Segeberg. Bald darauf entfremdet sich Baldur Springmann den Deutschen Unitariern und verlässt diese wieder. Er engagiert sich danach in der "Ökosophischen Initiative Kiel" und versucht Rechtsextremismus, Ökologie und Spiritualität zu verbinden. "Springmann bezeichnet sich als Ökosoph im lebenslangen Bemühen um bäuerliche Lebensart. Als solcher bereitet er eine krude Mischung aus völkisch-esoterischer Religiosität und Ökoromantik auf, in der auch christliche Versatzstücke zu finden sind", fasst der "Informationsdienst gegen Rechtsextremismus" zusammen. Baldur Springmann reagiert auf solche Vorwürfe stets gelassen: "Ich bin konservativ, aber nicht reaktionär".

Dies lässt sich mit Blick auf seine Veröffentlichungen der letzten Jahre in rechten und völkischen Organen sowie auf seiner Homepage bestreiten. Hier findet sich alles wieder, was sämtliche Blut-und-Boden-Ideologen der Bundesrepublik beschworen haben, inklusive feuchter Augen bei der ersten Strophe des Deutschlandlieds. Vor der Anrufung germanischer Gottheiten allerdings hat Baldur Springmann seine christliche Überzeugung bewahrt. "Unsere Religiösität ist keine Konfession, kein Dogma, keine Kirche. Es ist das, was den einzelnen Menschen erst zum wirklichen Menschen macht, was ein Volk erst zu einem wirklichen Volk macht. Es ist die neben tausend immer wieder gebetsmühlenhaft heraufbeschworenen Schatten dennoch alle Hassgesänge leuchtend überstrahlende Lichtseite unseres Volkstums. Und erst wenn von diesem Gotteslicht ein Abglanz hell und weithin aus jedem von uns Volkstreuen strahlt, wenn insbesondere unser politisches Handeln davon durchleuchtet ist, dann erst werden wir uns selbst soviel geholfen haben, daß uns dann auch Gott hilft."

Von der Ökologie-Bewegung zu den Grünen

Baldur Springmann engagiert sich schon in der ökologischen Landwirtschaft, als dieser Begriff noch völlig unbekannt ist- in den siebziger Jahren ist er schleswig-holsteinischer Landesvorsitzender der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher, die sich als erste Partei explizit dem Thema Ökologie zuwendet. 1978 gehört Baldur Springmann zu den Mitbegründern der Grünen Liste Schleswig-Holstein. 1979 wird er auf der Europawahlliste der Grünen auf Platz vier nominiert, und im Juni 1980 verlässt er die Bundespartei nach der Dortmunder Bundesversammlung im Streit (Wikipedia, Stand 23. September 2026). 1982 gründet er gemeinsam mit Herbert Gruhl die Ökologisch-Demokratische Partei. In der Folgezeit gibt er die aktive parteipolitische Betätigung auf. Nachdem Springmann parteiintern für seine "sektiererischen" Ansichten kritisiert wird und diese trotzdem in die Partei gegen den Widerstand anderer Mitglieder einbringen will, tritt er 1983 aus der Partei aus. Danach engagiert er sich im Weltbund zum Schutz des Lebens sowie in der Deutschen Aufbau-Organisation von Alfred Mechtersheimer, in dessen Sprechergremium er gewählt wird. 1998 ist er Gründungsmitglied des Bündnis für Volksabstimmung. Als Mitglied im Vorläufigen Sprecherrat der Deutschen Aufbauorganisation Alfred Mechtersheimers setzt sich Baldur Springmann für eine Einigung des zersplitterten rechten Lagers ein. Er warnt vor "der Vertreibung aus unserer Erbmasse und damit der Vernichtung nicht nur unseres sondern jedweden Volkstums". Im August 2003 tritt er auf dem Pressefest der Deutschen Stimme - einer Zeitung der NPD - auf: "Es bedeutet darüber hinaus besonders für uns Deutsche unseren Einsatz für die spezielle "Ökologie des Menschen", also eine zeitgerechte und zukunftsfähige Wiederherstellung des durch allerlei gewalttätige Irrlehren weitgehend zerrissenen Lebensgespinstes aus Naturverbundenheit, Heimatliebe und Volkstumsbewusstsein. Und dazu gehört die Einsicht, daß das Menschengebilde "Staat" nichts anderem zu dienen hat als dem Gottgedanken".

Bruch mit den Grünen und Rückzug nach rechts

Baldur Springmann gilt lange Zeit als Ikone der Grünenbewegung und als Ziehvater der Ökolandwirtschaft - in Brokdorf protestiert er gegen den Bau des Atomkraftwerkes. Mit der Grünen-Partei bricht er in den achtziger Jahren weil sie ihm zu "links" und - mit viel Enthusiasmus gestartet - in den ausgefahrenen Bahnen der Bonner Parteienlandschaft erstarrt sind. Baldur Springmann wendet sich wieder alter "Naturreligiosität" zu und gründet die Aktionsgemeinschaft Deutschlandliebender. 1989 beteiligt er sich zudem an der Gründung der Unabhängigen Ökologen Deutschlands (Wikipedia, Stand 23. September 2026). Bis zuletzt propagiert er bäuerliches Leben, weg vom "Wachstumswahn", aber auch "die Liebe zum Deutschtum" und "Widerstand gegen die geplante Abschaffung des deutschen Volkes".

6 politische Organisationen von der AUD bis zum Bündnis für Volksabstimmung

OrganisationBeigetretenAusgetreten
Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD)1970er Jahre1978
Grüne Liste Schleswig-Holstein1978 (Mitbegründer)-
Die Grünen (Bundespartei)1979 (Kandidatur)Juni 1980
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)1982 (Mitgründer)1983
Unabhängige Ökologen Deutschlands (UÖD)1989 (Mitgründer)-
Bündnis für Volksabstimmung1998 (Gründungsmitglied)-

Quelle: Wikipedia, Stand 23. September 2026. Für die AUD, das Bündnis für Volksabstimmung und die Deutsche Aufbau-Organisation ist kein Austrittsdatum belegt.

Tod

In seinen letzten Lebensjahren lebt Baldur Springmann allein in einem Blockhaus auf dem Biohof, den sein Sohn Falk vor Jahren übernommen hat. Für seinen neunzigsten Geburtstag wünscht er sich: "Ich möchte nicht als lieber Opa betätschelt oder gar beweihräuchert werden, sondern selbst aktiv mitmischen." Baldur Springmann stirbt am 24. Oktober 2003 in Lübeck.

Häufige Fragen zu Baldur Springmann

Wer war Baldur Springmann?

Baldur Springmann war ein deutscher Ökobauer und Publizist, der 1978 die Grüne Liste Schleswig-Holstein mitbegründete und lange als Gallionsfigur der jungen Grünen-Bewegung galt. Nach seinem Bruch mit der Partei 1980 engagierte er sich zunehmend im rechtsextremen Spektrum. Er lebte von 1912 bis 2003.

War Baldur Springmann Mitglied der NSDAP?

Ja, Baldur Springmann war ab 1. Februar 1940 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 7.433.874), nachdem er zuvor von 1933 bis 1934 der SA und ab 1936 der SS angehört hatte.

Warum verließ Baldur Springmann die Grünen?

Baldur Springmann verließ die Grünen im Juni 1980 nach der Dortmunder Bundesversammlung im Streit, weil ihm die Partei zu links geworden war und seine völkisch-esoterischen Ansichten parteiintern auf Widerstand stießen. 1982 gründete er mit Herbert Gruhl kurzzeitig die Ökologisch-Demokratische Partei, die er 1983 ebenfalls wieder verließ.

Wer war die Ehefrau von Baldur Springmann?

Baldur Springmanns Ehefrau war Ilse Bünsow, die er 1942 heiratete. Gemeinsam bewirtschafteten sie den Hof Springe in Geschendorf und stellten ihn auf biologisch-dynamische Landwirtschaft um. Ilse Bünsow starb 1981.

Quellen

Stand der Angaben: 23. September 2026.

  1. Baldur Springmann, deutschsprachige Wikipedia, abgerufen am 23. September 2026
  2. Baldur Springmann, englischsprachige Wikipedia, abgerufen am 23. September 2026
  3. Baldur Springmann (Q804845), Wikidata, abgerufen am 23. September 2026

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