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Barbara Rütting

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Zusammenfassung

Als Schauspielerin gehört Barbara Rütting in den fünfziger und sechziger Jahren zu den gefragtesten Gesichtern des deutschen Kinos. Nach dem Ende ihrer Filmkarriere macht sie sich als Kochbuchautorin, Tierschutzaktivistin und Politikerin der Grünen einen zweiten Namen. Herkunft und Flucht Barbara Rütting wird am 21. November 1927 als Waltraut Irmgard Goltz in Berlin geboren, als älteste von fünf Kindern eines Lehrerehepaars, und wächst in Ludwigsfelde in Brandenburg auf. Kurz vor dem Abitur flieht sie am 17.

Als Schauspielerin gehört Barbara Rütting in den fünfziger und sechziger Jahren zu den gefragtesten Gesichtern des deutschen Kinos. Nach dem Ende ihrer Filmkarriere macht sie sich als Kochbuchautorin, Tierschutzaktivistin und Politikerin der Grünen einen zweiten Namen.

Herkunft und Flucht

Barbara Rütting wird am 21. November 1927 als Waltraut Irmgard Goltz in Berlin geboren, als älteste von fünf Kindern eines Lehrerehepaars, und wächst in Ludwigsfelde in Brandenburg auf. Kurz vor dem Abitur flieht sie am 17. Mai 1945 mit dem Familienfreund Hans Rütting nach Flensburg und weiter nach Dänemark; 1946 heiraten die beiden. In Kopenhagen arbeitet sie als Hausmädchen, Bibliotheksgehilfin und fremdsprachige Korrespondentin. Ihren Geburtsnamen empfindet sie als "zu deutsch" klingend und legt ihn ab; 1951 lässt sie sich von Hans Rütting scheiden, behält aber dessen Nachnamen und kehrt nach Deutschland zurück.

Schauspielkarriere

1952 gibt Rütting ihr Theater- und Filmdebüt, 1953 erhält sie für zwei Rollen den Bundesfilmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Bekannt wird sie unter anderem als serbische Partisanin in "Die letzte Brücke" (1953), als Nazi-Doppelagentin in "Canaris" (1954) und in der Titelrolle von "Die Geierwally" (1956). 1961 spielt sie an der Seite von Kirk Douglas in "Stadt ohne Mitleid", 1965 verkörpert sie die Fliegerin Hanna Reitsch in "Mosquito-Staffel", 1969 spielt sie eine Gymnasiallehrerin in der Fernsehserie "Die Kramer". Ihre letzte Kinorolle übernimmt sie 1975, 1984 beendet sie ihre Schauspielkarriere nach insgesamt 45 Filmen endgültig.

Buchautorin und Tierschutz

Bereits 1970 veröffentlicht Rütting mit "Diese maßlose Zärtlichkeit" einen Roman, der bis 1987 mehrfach neu aufgelegt wird. Ab Mitte der siebziger Jahre schreibt sie vegetarische Kochbücher und entwickelt ein Vollkorn-Roggenbrot-Rezept, das unter ihrem Namen vermarktet wird - sie gilt als eine der frühen Vorreiterinnen vegetarischer Ernährung in Deutschland und veröffentlicht später auch Gesundheitsratgeber und Kinderbücher. 1982 kettet sie sich gemeinsam mit dreißig Tierschützern an, um gegen Tierversuche des Pharmaunternehmens Schering AG zu protestieren.

Politik bei den Grünen

1982 tritt Rütting den Grünen bei und freundet sich mit Petra Kelly, Gert Bastian und Robert Jungk an. 2003 zieht sie im Alter von 75 Jahren über die oberbayerische Bezirksliste in den Bayerischen Landtag ein und wird dort Alterspräsidentin, 2008 wird sie wiedergewählt. Am 2. April 2009 legt sie ihr Mandat aus gesundheitlichen und Gewissensgründen nieder, im September 2009 verlässt sie die Partei ganz - aus Protest gegen deren Abkehr vom Pazifismus und aus Enttäuschung über ein Video, das Renate Künast beim Fischtöten zeigt. "Man wollte mich als Zugpferd, aber die alte Dame soll gefälligst den Mund halten", kommentiert sie ihren Austritt. Später unterstützt sie die Tierschutzpartei und tritt 2017 für die neu gegründete V-Partei³ zur Bundestagswahl an.

Privatleben und Tod

Von 1955 bis 1964 ist Barbara Rütting mit Heinrich Graf von Einsiedel verheiratet, von 1969 bis 1988 lebt sie mit dem Schauspieler und Regisseur Lutz Hochstraate zusammen, unter anderem bis 1980 auf einem österreichischen Bauernhof. Ab 2010 lebt sie im unterfränkischen Michelrieth. Barbara Rütting stirbt am 28. März 2020 im Alter von 92 Jahren im nahe gelegenen Marktheidenfeld.

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