Startseite/Personen/Brigitte Mira

Brigitte Mira

3 Min. LesezeitPersonen
Brigitte Mira
Foto: Thomas Schmidt (NetAction)CC BY-SA 3.0Wikimedia Commonsaus dem Original (5184 px) auf 960 px Breite verkleinert und in das WebP-Format umgewandelt

Zusammenfassung

Nach Jahrzehnten als Operetten- und Kabarettdarstellerin gelingt Brigitte Mira erst im Alter von über sechzig Jahren mit Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ der internationale Durchbruch. Später wird sie als Fernsehgroßmutter in „Drei Damen vom Grill“ zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen des deutschen Fernsehens. Kindheit und Ausbildung Brigitte Mira wird am 20. April 1910 in Hamburg als Elisabeth Wally Stramm geboren, Tochter des aus Russland eingewanderten Pianisten Siegfried Stramm. Sie wächst in Düsseldorf auf und erhält ab dem achten Lebensjahr Ballett- und Gesangsunterricht.

Nach Jahrzehnten als Operetten- und Kabarettdarstellerin gelingt Brigitte Mira erst im Alter von über sechzig Jahren mit Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ der internationale Durchbruch. Später wird sie als Fernsehgroßmutter in „Drei Damen vom Grill“ zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen des deutschen Fernsehens.

Kindheit und Ausbildung

Brigitte Mira wird am 20. April 1910 in Hamburg als Elisabeth Wally Stramm geboren, Tochter des aus Russland eingewanderten Pianisten Siegfried Stramm. Sie wächst in Düsseldorf auf und erhält ab dem achten Lebensjahr Ballett- und Gesangsunterricht. 1928/29 tanzt sie unter dem Namen „Valencia Stramm“ am Düsseldorfer Stadttheater, anschließend gehört sie dem Tanzensemble der Kölner Oper an. Ende der zwanziger Jahre debütiert sie als Sängerin in Smetanas „Die verkaufte Braut“; von 1931 bis 1939 tritt sie als Soubrette unter dem Namen „Gitta Mira“ an Theatern in Bremerhaven, Leipzig, Reichenberg, Graz und Kiel auf, unter anderem an der Seite von Richard Tauber und Leo Slezak.

Karriere während der NS-Zeit

1941 zieht Mira nach Berlin und wird für das Kabarett entdeckt. Nach den NS-Rassegesetzen gilt sie als „Halbjüdin“, verschleiert diese Herkunft jedoch mit gefälschten Papieren. 1943 spielt sie in der Propagandafilmreihe „Liese und Miese“ absichtlich die „schlechte“ Figur, wird beim Publikum jedoch so beliebt, dass die Reihe nach zehn Folgen eingestellt wird. 1944 gerät sie – ohne dass ihre jüdische Abstammung bekannt ist – auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste kulturell als unverzichtbar eingestufter Künstler.

Nachkriegsjahre und Kabarett

Nach dem Krieg spielt Mira unter anderem in Inszenierungen Walter Felsensteins am Hebbel-Theater und an der Komischen Oper Berlin und tritt in Kabaretts wie Günter Neumanns „Die Insulaner“ auf. 1948 gibt sie mit „Berliner Ballade“ ihr Filmdebüt; in den fünfziger und sechziger Jahren wird sie in Operetten, Komödien und Musikfilmen meist auf die Rolle der komischen Tante oder Haushälterin festgelegt.

Durchbruch mit Fassbinder

1972 entdeckt Rainer Werner Fassbinder Mira am Bochumer Schauspielhaus. 1974 spielt sie in seinem Film „Angst essen Seele auf“ die verwitwete Putzfrau Emmi, die sich in einen zwanzig Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter verliebt – der Film wird bei den Filmfestspielen von Cannes 1974 gefeiert, Mira erhält dafür das Filmband als beste Hauptdarstellerin.

Fernsehruhm, Privatleben und Tod

Von 1977 bis 1991 spielt Brigitte Mira in 140 Folgen der beliebten Serie „Drei Damen vom Grill“ die Oma Färber, 1989 erhält sie das Filmband in Gold für ihr Lebenswerk. In den späten neunziger Jahren tourt sie mit dem Kabarettprogramm „Drei alte Schachteln“ gemeinsam mit Evelyn Künneke und Helen Vita. Privat ist Mira fünfmal verheiratet, unter anderem mit dem Reporter Reinhold Tabatt, mit dem sie zwei Söhne bekommt, und von 1974 bis 1983 mit dem Regisseur Frank Guarente. Nach einem Zusammenbruch im Oktober 2004 stirbt Brigitte Mira am 8. März 2005 im Alter von 94 Jahren in Berlin und wird auf dem Luisenfriedhof III in Berlin-Westend beigesetzt.

Schlagwörter

Personen