Mit Hits wie "Du kannst nicht immer siebzehn sein" wird Chris Roberts zu einem der erfolgreichsten deutschen Schlagersänger der siebziger Jahre. Über sieben Jahrzehnte seines Lebens bleibt er dabei staatenlos, bevor er erst kurz vor seinem Tod die deutsche Staatsbürgerschaft erhält.
Kindheit und Staatenlosigkeit
Chris Roberts wird am 13. März 1944 als Christian Franz Klusáček in München geboren, als Sohn einer deutschen Mutter und eines jugoslawischen Vaters. Da einer solchen Verbindung nach NS-Recht die Anerkennung verweigert wird, erhält Roberts nie die deutsche Staatsbürgerschaft und bleibt 72 Jahre lang staatenlos, erst im April 2016 beantragt er die Einbürgerung, die ihm im April 2017 gewährt wird, wenige Monate vor seinem Tod. Ab 1961 absolviert er eine Ausbildung zum Elektromechaniker, ab 1963 besucht er zusätzlich eine Ingenieurschule.
Musikkarriere
1964 spielt Roberts zunächst Schlagzeug in der Rock'n'Roll-Band Blue Rockets, die Stücke von Buddy Holly und den Everly Brothers coverte. 1966 wird er von Hans Bertram entdeckt und erhält einen Vertrag beim Label Polydor. 1968 gelingt ihm unter dem Namen Chris Robert mit "Wenn Du mal einsam bist" der erste Charterfolg; bis 1972 folgen sechs weitere Top-Ten-Platzierungen, darunter "Die Maschen der Mädchen" und "Hab' Sonne im Herzen". Seinen größten Erfolg feiert er 1974 mit der Ralph-Siegel-Komposition "Du kannst nicht immer siebzehn sein", die 28 Wochen lang in den Charts bleibt. Insgesamt verkauft Roberts im Laufe seiner Karriere mehr als elf Millionen Tonträger und tritt 60-mal in der ZDF-Hitparade auf.
Schauspielkarriere
Neben der Musik wirkt Chris Roberts in den siebziger Jahren in zahlreichen Schlager- und Komödienfilmen mit, darunter "Wenn die tollen Tanten kommen" (1970) und "Tante Trude aus Buxtehude" (1971). 1979 steht er zudem im Musical "Sweet Charity" auf der Bühne.
Privatleben und Tod
1989 heiratet Roberts die Sängerin und Schauspielerin Claudia Roberts, mit der er zwei gemeinsame Kinder bekommt; ein weiterer Sohn stammt aus einer früheren Beziehung seiner Frau. Die Ehe wird 2013 geschieden, zuletzt lebt Roberts im nordrhein-westfälischen Waldbröl. Chris Roberts stirbt am 2. Juli 2017 im Alter von 73 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité an Lungenkrebs und wird auf dem St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin beigesetzt.
72 Jahre lang staatenlos
Chris Roberts, bürgerlich Christian Franz Klusáček, wurde am 13. März 1944 in München geboren. Er war 72 Jahre lang staatenlos, weil seiner Mutter während des Nationalsozialismus die Heirat mit einem Jugoslawen verboten worden war.
Die deutsche Staatsbürgerschaft beantragte er im April 2016 und erhielt sie im April 2017. Drei Monate später starb er. Ein Mann, der Millionen Platten mit deutschen Schlagern verkauft und in deutschen Filmen gespielt hatte, besaß erst in seinem letzten Lebensjahr einen deutschen Pass, und der Grund dafür lag in einem Heiratsverbot aus der NS-Zeit.
Drei Titel auf Platz 3
| Jahr | Titel | Platzierung | Wochen |
|---|---|---|---|
| 1970 | Ich bin verliebt in die Liebe | 3 | 26 |
| 1971 | Hab ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe | 3 | |
| 1974 | Du kannst nicht immer siebzehn sein | 3 | 28, davon 12 in den Top Ten |
"Du kannst nicht immer siebzehn sein" erschien im Februar 1974 bei Jupiter Records, den Text schrieb Kurt Hertha, die Musik stammt von Ralph Siegel, der auch produzierte. Es war Roberts' siebter Top-Ten-Erfolg in Deutschland und sein erster in Österreich, wo der Titel Platz 10 erreichte. Kein anderer seiner Titel kam höher oder hielt sich länger.
Der Erfolg des Stücks hängt an einer Zahl, die heute nicht mehr stimmt: Volljährig wurde man damals mit 21. Siebzehn war das Alter kurz vor allem, und genau darauf zielte der Text.
Über elf Millionen verkaufte Tonträger
Insgesamt verkaufte Roberts über elf Millionen Tonträger. Ab Mitte der siebziger Jahre arbeitete er zusätzlich als Musikproduzent und Liedtexter. 1985 vertrat er Luxemburg beim Eurovision Song Contest und wurde Dreizehnter.
Von 1989 bis 2013 war er mit der Schlagersängerin Claudia Roberts verheiratet. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder, seine Frau brachte einen Sohn aus erster Ehe mit.
Gestorben am 2. Juli 2017 in Berlin
Chris Roberts stirbt am 2. Juli 2017 in der Berliner Charité an Lungenkrebs, im Alter von 73 Jahren.