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Franz Beckenbauer

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Zusammenfassung

Als "Kaiser" des deutschen Fußballs prägt Franz Beckenbauer den Sport wie kaum ein anderer: Er erfindet die Rolle des Liberos neu, gewinnt als Spieler und als Teamchef die Weltmeisterschaft und organisiert später die WM 2006 in Deutschland - überschattet erst spät durch einen Korruptionsskandal um deren Vergabe. Kindheit und Bayern-Anfänge Franz Anton Beckenbauer wird am 11. September 1945 im Münchner Stadtteil Giesing geboren. 1964 debütiert er mit achtzehn Jahren in der ersten Mannschaft des FC Bayern München und erzielt gleich sein erstes Tor. Am 26.

Als "Kaiser" des deutschen Fußballs prägt Franz Beckenbauer den Sport wie kaum ein anderer: Er erfindet die Rolle des Liberos neu, gewinnt als Spieler und als Teamchef die Weltmeisterschaft und organisiert später die WM 2006 in Deutschland - überschattet erst spät durch einen Korruptionsskandal um deren Vergabe.

Kindheit und Bayern-Anfänge

Franz Anton Beckenbauer wird am 11. September 1945 im Münchner Stadtteil Giesing geboren. 1964 debütiert er mit achtzehn Jahren in der ersten Mannschaft des FC Bayern München und erzielt gleich sein erstes Tor. Am 26. September 1965 folgt sein erster Einsatz in der Nationalmannschaft, zum Star wird er bei der Weltmeisterschaft 1966 in England, bei der Deutschland Vizeweltmeister wird. Seinen Spitznamen "der Kaiser" erhält er der Legende nach, nachdem er bei einem Wien-Besuch neben der Büste Kaiser Franz Josephs I. fotografiert wird - er selbst führt ihn auf seine Autorität und Ruhe als Anführer auf dem Platz zurück.

Der Libero und die Titel mit Bayern

Beckenbauer revolutioniert den Fußball, indem er die Rolle des Liberos neu erfindet - aus dem reinen Verteidiger wird ein spielgestaltender Abwehrchef, der defensive Stabilität mit offensiven Vorstößen verbindet. Mit dem FC Bayern München gewinnt er zwischen 1969 und 1974 vier deutsche Meistertitel, fünfmal den DFB-Pokal, 1967 den Europapokal der Pokalsieger sowie von 1974 bis 1976 dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister. Mit der Nationalmannschaft wird er 1972 Europameister und führt Deutschland 1974 als Kapitän zum Weltmeistertitel; insgesamt bestreitet er 103 Länderspiele.

Cosmos New York und Karriereende

1977 wechselt Beckenbauer zu Cosmos New York in die nordamerikanische Profiliga NASL, wo er an der Seite von Pelé spielt und dreimal den Soccer Bowl gewinnt (1977, 1978, 1980) - der Wechsel bedeutet zugleich das Ende seiner Zeit als Nationalspieler. Nach einer Zwischenstation beim Hamburger SV, mit dem er 1982 noch einmal deutscher Meister wird, beendet er 1983 endgültig seine aktive Laufbahn.

Trainer und Weltmeister 1990

Von 1984 bis 1990 ist Beckenbauer Teamchef der deutschen Nationalmannschaft; nach der WM-Finalniederlage 1986 gegen Argentinien um Diego Maradona gewinnt er 1990 mit demselben Gegner das Finale und wird damit einer von nur drei Personen weltweit, die den WM-Titel sowohl als Spieler als auch als Trainer errungen haben. Später trainiert er kurzzeitig Olympique Marseille sowie zweimal den FC Bayern München, mit dem er 1994 die Meisterschaft und 1996 den UEFA-Cup gewinnt.

Bayern-Präsidentschaft und WM-2006-Skandal

Von 1994 bis 2009 ist Beckenbauer Präsident des FC Bayern München und treibt dessen Modernisierung voran. Als Kopf der erfolgreichen deutschen Bewerbung leitet er zudem das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Jahre später gerät er wegen der Vergabe dieser WM in einen Korruptionsskandal: 2014 sperrt ihn die FIFA für 90 Tage, weil er bei Ermittlungen die Zusammenarbeit verweigert, 2016 verhängt sie eine Geldstrafe von 7.000 Schweizer Franken. Im Zentrum stehen Zahlungen von 5,5 Millionen Euro aus einem Sponsoringvertrag sowie mutmaßlich über Gibraltar geleitete Zahlungen von 1,7 Millionen Euro. 2021 stellt die FIFA ihre Ethikermittlungen wegen Verjährung ein.

Privatleben und Tod

Franz Beckenbauer ist dreimal verheiratet und hat fünf Kinder; Sohn Stephan, ebenfalls Profifußballer, stirbt 2015 im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor. Von 2016 bis 2018 unterzieht sich Beckenbauer mehreren Herzoperationen und erhält ein künstliches Hüftgelenk. Franz Beckenbauer stirbt am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren in Salzburg an natürlichen Ursachen.

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