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Jane Russell

9 Min. LesezeitPersonen
Jane Russell
Foto: Los Angeles TimesCC BY 4.0Wikimedia Commonsin das WebP-Format umgewandelt

Zusammenfassung

Jane Russell wird mit dem Western "The Outlaw" berühmt, dessen Werbung ihr Dekolleté so offen zeigt, dass der Film jahrelang mit der amerikanischen Zensur ringt. Ihren größten Erfolg feiert die Schauspielerin 1953 neben Marilyn Monroe in "Blondinen bevorzugt". Sie dreht mehr als 20 Kinofilme, singt am Broadway und stirbt 2011 mit 89 Jahren in Kalifornien. Der Unternehmer und Filmproduzent Howard Hughes nimmt Jane Russell 1940 mit 19 Jahren unter Vertrag. Gedreht ist "The Outlaw" 1941, doch regulär in die Kinos kommt der Film erst 1946.

Jane Russell wird mit dem Western "The Outlaw" berühmt, dessen Werbung ihr Dekolleté so offen zeigt, dass der Film jahrelang mit der amerikanischen Zensur ringt. Ihren größten Erfolg feiert die Schauspielerin 1953 neben Marilyn Monroe in "Blondinen bevorzugt". Sie dreht mehr als 20 Kinofilme, singt am Broadway und stirbt 2011 mit 89 Jahren in Kalifornien.

Der Unternehmer und Filmproduzent Howard Hughes nimmt Jane Russell 1940 mit 19 Jahren unter Vertrag. Gedreht ist "The Outlaw" 1941, doch regulär in die Kinos kommt der Film erst 1946. Danach spielt sie vor allem in Komödien und Western, tritt als Sängerin in Las Vegas auf und gründet 1955 die Adoptionsorganisation WAIF.

Jane Russells Kindheit und Ausbildung in Minnesota und Kalifornien

Ernestine Jane Geraldine Russell wird am 21. Juni 1921 in Bemidji im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Ihr Vater ist Oberleutnant der US-Armee, ihre Mutter steht vor der Ehe als Schauspielerin mit einer reisenden Theatertruppe auf der Bühne. Jane wächst mit vier Brüdern auf und besucht die Van Nuys High School in Kalifornien.

Nach der Schule arbeitet sie am Empfang und steht Fotografen Modell. Nebenbei nimmt sie Schauspielunterricht, im Theaterworkshop von Max Reinhardt und bei der Schauspiellehrerin Maria Ouspenskaya.

Wie Howard Hughes Jane Russell für The Outlaw entdeckt

Howard Hughes wird über Fotos auf Jane Russell aufmerksam und nimmt die 19-Jährige 1940 für sieben Jahre unter Vertrag. Er besetzt sie in seinem Western "The Outlaw", deutsch "Geächtet", in dem es um den Revolverhelden Billy the Kid geht. Nach ihren eigenen Worten führt Hughes dabei neun Monate lang selbst Regie.

Warum The Outlaw erst 1946 regulär in die Kinos kommt

"The Outlaw" ist 1941 abgedreht, läuft 1943 aber nur kurz in wenigen Kinos und kommt erst 1946 regulär in den Verleih. Der Grund ist ein Streit mit der Zensur. Werbefotos und einzelne Szenen stellen Jane Russells Dekolleté so offen heraus, dass die Prüfer den Film zurückhalten.

Für die Dreharbeiten lässt Hughes eigens einen Büstenhalter für seine Hauptdarstellerin konstruieren. Jane Russell sagt später, sie habe ihn nie getragen. Wie aufgeladen die Debatte ist, zeigt ein Satz, den der Tagesspiegel in seinem Nachruf von 2011 einem Kritiker zuschreibt: Ihr Busen hänge über dem Film wie eine Gewitterwolke über der Landschaft.

Der Skandal macht Jane Russell bekannt, bevor die meisten Amerikaner den Film sehen können. Im Zweiten Weltkrieg werden ihre Fotos zu beliebten Pin-ups der US-Soldaten. Im Koreakrieg tragen zwei umkämpfte Hügel bei der Schlacht um Triangle Hill im Herbst 1952 den Spitznamen "Jane Russell".

Jane Russells Weg in die Komödie mit Bob Hope und Robert Mitchum

Außer "The Outlaw" dreht Jane Russell während ihres ersten Vertrags nur einen Film, "Young Widow" von 1946, für den Hughes sie an ein anderes Studio ausleiht. Der Film überschreitet sein Budget um 600.000 Dollar und fällt an den Kinokassen durch.

1948 spielt sie neben Bob Hope die Calamity Jane in der Westernkomödie "The Paleface", deutsch "Sein Engel mit den zwei Pistolen". Von da an besetzen die Studios sie immer häufiger in humorvollen Rollen. 1952 folgt die Fortsetzung "Son of Paleface", deutsch "Bleichgesicht Junior", wieder mit Bob Hope, und in der Komödie "Der Weg nach Bali" hat sie einen Kurzauftritt.

Mit Robert Mitchum dreht sie 1951 "His Kind of Woman", deutsch "Ein Satansweib", und 1952 "Macao". In "Ein Satansweib" spielt außerdem Vincent Price mit. In der Komödie "Double Dynamite" steht sie 1951 mit Groucho Marx und dem Sänger Frank Sinatra vor der Kamera.

Jane Russells größter Erfolg mit Blondinen bevorzugt von 1953

Ihren größten Filmerfolg feiert Jane Russell 1953 mit der Musicalkomödie "Gentlemen Prefer Blondes", deutsch "Blondinen bevorzugt", unter der Regie von Howard Hawks. Sie spielt Dorothy Shaw, die Freundin der von Marilyn Monroe gespielten Lorelei Lee, und beide singen im Film. "Blondinen bevorzugt" spielt mehr als fünf Millionen Dollar ein.

1955 folgt mit "Gentlemen Marry Brunettes", deutsch "So liebt man in Paris", eine Fortsetzung mit Jeanne Crain als Partnerin, die weniger erfolgreich ist als der erste Film. Im selben Jahr spielt Jane Russell im Western "The Tall Men", deutsch "Drei Rivalen", neben Clark Gable.

Schon 1953 gründet sie mit ihrem Mann Bob Waterfield die Produktionsfirma Russ-Field. Deren letzte Produktion, "The Fuzzy Pink Nightgown" von 1957, deutsch "Traum in Pink", wird ein Misserfolg, und danach dreht Jane Russell nur noch wenige Filme. 1999 erklärt sie, sie habe mit dem Film aufgehört, weil sie zu alt geworden sei: Schauspielerinnen über 30 hätten damals kaum weiterspielen können.

21 Kinofilme mit Jane Russell und ihre deutschen Titel

Die Tabelle nennt die Kinofilme mit Jane Russell, für die ein deutscher Titel belegt ist, in der Reihenfolge ihres Erscheinens. In diesen Filmen stehen Schauspieler wie Bob Hope, Robert Mitchum, Frank Sinatra, Victor Mature und Clark Gable neben ihr vor der Kamera.

JahrOriginaltitelDeutscher Titel
1943The OutlawGeächtet
1948The PalefaceSein Engel mit den zwei Pistolen
1951His Kind of WomanEin Satansweib
1951Double DynamiteDoppeltes Dynamit
1952The Las Vegas StoryDie Spielhölle von Las Vegas
1952MacaoMacao
1952Son of PalefaceBleichgesicht Junior
1952Montana BelleDie Schönste von Montana
1953Gentlemen Prefer BlondesBlondinen bevorzugt
1954The French LineDie lockende Venus
1955Underwater!Die goldene Galeere
1955FoxfireGoldenes Feuer
1955The Tall MenDrei Rivalen
1955Gentlemen Marry BrunettesSo liebt man in Paris
1956Hot BloodFeuer im Blut
1956The Revolt of Mamie StoverBungalow der Frauen
1957The Fuzzy Pink NightgownTraum in Pink
1966Johnny RenoSheriff Johnny Reno
1966WacoWyoming-Bravados
1967The Born LosersEngel der Hölle
1970Darker than AmberMcGee, der Tiger

Jane Russell als Sängerin in Las Vegas und am Broadway

Neben dem Film baut Jane Russell über drei Jahrzehnte eine zweite Laufbahn als Sängerin auf, von den vierziger Jahren bis zum Broadway 1971.

  1. In den vierziger Jahren singt sie mit dem Orchester des Bandleaders Kay Kyser.
  2. 1954 gründet sie mit Connie Haines, Beryl Davis und Della Russell ein Quartett, das religiöse Lieder aufnimmt und auf Tournee geht.
  3. Ab Oktober 1957 tritt sie mit einem eigenen Programm im Sands Hotel in Las Vegas auf.
  4. 1971 übernimmt sie mit 50 Jahren am New Yorker Broadway die Rolle der Joanne im Musical "Company" von Stephen Sondheim, als Nachfolgerin von Elaine Stritch.

Das Lied "Do Lord" des Quartetts erreicht 1954 Platz 27 der amerikanischen Billboard-Charts. In den siebziger Jahren wird Jane Russell außerdem über viele Jahre das Gesicht der Fernsehwerbung für die BH-Marke Playtex, die sich an Frauen mit voller Figur richtet.

Jane Russells drei Ehen und ihre drei adoptierten Kinder

Jane Russell ist dreimal verheiratet. Am 24. April 1943 heiratet sie in Las Vegas den Footballspieler Bob Waterfield, einen Quarterback, der später in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen wird, die Ruhmeshalle des amerikanischen Profifootballs. Die Ehe wird 1968 geschieden. Im August 1968 heiratet sie den Schauspieler Roger Barrett, der drei Monate später an einem Herzinfarkt stirbt. Von 1974 bis zu seinem Tod 1999 ist sie mit dem Immobilienmakler John Calvin Peoples verheiratet.

Mit Bob Waterfield adoptiert Jane Russell drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. 1955 gründet sie den World Adoption International Fund, kurz WAIF, als erstes internationales Adoptionsprogramm. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vermittelt WAIF mehr als 50.000 Adoptionen, und Jane Russell sitzt 40 Jahre lang im Vorstand.

Jane Russells christlicher Glaube und ihre politische Haltung

Jane Russell ist überzeugte Christin. In ihrem Haus gründet sie die Hollywood Christian Group, einen wöchentlichen Bibelkreis, und politisch steht sie auf der Seite der Republikaner. Sex-Appeal hält sie für gut, solange er nicht geschmacklos wird, und nach ihrer Überzeugung hat ein Star nichts in vulgären Posen zu suchen. 2003 beschreibt sie sich selbst als konservative, rechtsgerichtete Christin, die keinen Alkohol trinkt.

Jane Russells letzte Jahre in Santa Maria

1985 veröffentlicht Jane Russell ihre Autobiografie "Jane Russell: My Path and My Detours". 1991 erhält sie bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin die Berlinale Kamera, eine Auszeichnung des Festivals für Verdienste um den Film. Einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame hat sie schon seit 1960.

Nach dem Tod ihres dritten Mannes zieht sie 1999 nach Santa Maria in Kalifornien, um in der Nähe ihres jüngsten Sohnes zu leben. Mit über 80 Jahren steht sie dort mit der Revue "The Swinging Forties" im Radisson Hotel wieder auf der Bühne, gemeinsam mit Menschen aus der Stadt.

Woran ist Jane Russell gestorben?

Jane Russell stirbt am 28. Februar 2011 im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus in Santa Maria an den Folgen einer Atemwegserkrankung. Die Nachrichtenagentur AP nennt Atemversagen als Todesursache. Die Trauerfeier findet am 12. März 2011 in der Pacific Christian Church in Santa Maria statt.

Häufige Fragen zu Jane Russell

Wann und wo wurde Jane Russell geboren?

Jane Russell wurde am 21. Juni 1921 in Bemidji im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Ihr vollständiger Name lautete Ernestine Jane Geraldine Russell.

Warum war der Film The Outlaw mit Jane Russell ein Skandal?

Der Western The Outlaw von Howard Hughes war ein Skandal, weil Werbefotos und Szenen Jane Russells Dekolleté in den Mittelpunkt stellten. Die Zensur hielt den 1941 gedrehten Film deshalb zurück, 1943 lief er nur kurz, regulär kam er erst 1946 in die amerikanischen Kinos.

In welchem Film spielte Jane Russell mit Marilyn Monroe?

Jane Russell spielte mit Marilyn Monroe 1953 in der Musicalkomödie "Blondinen bevorzugt", im Original "Gentlemen Prefer Blondes". Jane Russell war darin Dorothy Shaw, Marilyn Monroe spielte Lorelei Lee.

Mit wem war Jane Russell verheiratet?

Jane Russell war dreimal verheiratet. Von 1943 bis 1968 war der Footballspieler Bob Waterfield ihr Mann, 1968 heiratete sie den Schauspieler Roger Barrett, der drei Monate später starb, und von 1974 bis 1999 war sie mit dem Immobilienmakler John Calvin Peoples verheiratet.

Hatte Jane Russell Kinder?

Jane Russell adoptierte mit ihrem ersten Mann Bob Waterfield drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. 1955 gründete sie die Adoptionsorganisation WAIF.

Welcher war der letzte Kinofilm von Jane Russell?

Der letzte Kinofilm von Jane Russell war 1970 "Darker than Amber", deutsch "McGee, der Tiger". Danach war sie nur noch in einzelnen Fernsehrollen zu sehen.

Quellen

Stand der Angaben: 13. September 2026. Deutsche Filmtitel stammen aus der deutschsprachigen Wikipedia, "Doppeltes Dynamit" aus dem Nachruf des Tagesspiegels. Einspielergebnisse, Chartplatz, Budget und Zitate stammen aus der englischsprachigen Wikipedia und dem Nachruf der Nachrichtenagentur AP.

  1. Filmpartnerin Marilyn Monroes: Hollywood-Star Jane Russell ist tot, Helmut Merker, Der Tagesspiegel, 1. März 2011, abgerufen am 13. September 2026
  2. Nachruf der Nachrichtenagentur AP auf Jane Russell, Associated Press, März 2011, veröffentlicht bei Fox News, abgerufen am 13. September 2026
  3. Santa Maria's leading lady, Jane Russell, dies, Amy Asman, Santa Maria Sun, 3. März 2011, abgerufen am 13. September 2026
  4. Almanac: Jane Russell, CBS News, 21. Juni 2015, abgerufen am 13. September 2026
  5. Jane Russell, englischsprachige Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026
  6. Jane Russell, deutschsprachige Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026
  7. Battle of Triangle Hill, englischsprachige Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026

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