Marianne Rosenberg ist eine der bekanntesten und einflussreichsten deutschen Sängerinnen, die es geschafft hat, die faszinierenden Welten von Pop und Schlager zu verbinden. In den siebziger Jahren singt sie sich mit Titeln wie "Marleen", "Er gehört zu mir" und "Ich bin wie du" als erfolgreichste Schlager-Interpretin des Landes in die Herzen eines Millionenpublikums, die Berlinerin kann auf eine erstaunliche und abwechslungsreiche Karriere zurückblicken und wird heute quer durch die Generationen als Kult-Ikone gefeiert.
Kindheit
Marianne Rosenberg kommt als eines von sieben Kindern einer Roma-Familie in Berlin-Lankwitz zur Welt. Sie ist die Tochter des in Ostpreußen geborenen Otto Rosenberg, einem Auschwitz-Überlebenden, Autor und langjährigem Vorstandsmitglied des "Zentralrats deutscher Sinti und Roma". Diese Erfahrungen aus ihrer Kindheit haben entscheidend dazu beigetragen, ihre Identität und ihren künstlerischen Ausdruck zu formen.
Durchbruch
Im Alter von dreizehn Jahren gewinnt Marianne Rosenberg einen lokalen Talentwettbewerb, der ihr einen Plattenvertrag und 1970 einen ersten Hit, "Mr. Paul McCartney", einbringt. Für diesen Titel erhält sie 1971 den "Preis für die beste deutsche Nachwuchskünstlerin". Im selben Jahr veröffentlicht sie ihr erstes Album "Fremder Mann", der Startschuss für eine beeindruckende Karriere, die sie zum produktivsten deutschen Schlagerstar der siebziger Jahre aufsteigen lässt. Zu ihren erfolgreichsten Stücken gehören "Er gehört zu mir", "Ich bin wie Du", "Marleen", "Fremder Mann", "Er ist nicht wie du", "Karneval", "Lieder der Nacht" und "Jeder Weg hat mal ein Ende".
Musikalische Wandlungsfähigkeit
Rosenbergs Karriere ist ein beeindruckendes Zeugnis ihres Wandels und ihrer Anpassung an verschiedene musikalische Strömungen und Generationen. Sie war eine der ersten, die den Diskosound in die deutsche Musikszene brachte, und hat es immer wieder geschafft, ihre Musik mit aktuellen Trends zu verschmelzen, darunter auch die "Neue Deutsche Welle" in den 1980er Jahren. Ihre Authentizität im Künstlerischen wie im gesellschaftspolitischen Bereich hebt sie hervor.
Eurovision Song Contest
1975 nimmt Marianne Rosenberg erstmals mit "Er gehört zu mir" an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, platziert sich jedoch nur auf Platz 10. 1980 versucht sie es erneut, ihr Titel "Ich werd' da sein, wenn es Sturm gibt" erreicht jedoch nur Platz 12. Nicht viel besser ergeht es ihr bei der deutschen Vorentscheidung 1982, als sie mit "Blue-Jeans-Kinder" den achten Platz erreicht.
Späte Jahre
In den letzten fünf Jahrzehnten blieb Rosenberg eine relevante Persönlichkeit in der Musik und ein Vorbild für viele Künstler. Ihr Album "Im Namen der Liebe" erreichte 2020 die Nummer eins der deutschen Charts, was die Zeitlosigkeit und Denkwürdigkeit ihrer Arbeit unterstreicht.
Tochter eines Überlebenden
Marianne Rosenberg wurde am 10. März 1955 in Berlin-Lankwitz geboren und wuchs in Berlin-Britz auf, als drittes von sieben Kindern. Ihr Vater Otto Rosenberg war Sinto und überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Später gehörte er dem Vorstand des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an.
Das ist der Hintergrund, vor dem diese Laufbahn steht, und er wird in Schlagerporträts meist übergangen: Die erfolgreichste deutsche Schlagersängerin der siebziger Jahre ist die Tochter eines Mannes, den derselbe Staat zwei Jahrzehnte zuvor verfolgt hatte.
Mit vierzehn gewann sie einen Wettbewerb
1969, mit vierzehn Jahren, gewann Rosenberg einen Nachwuchswettbewerb im Romanischen Café im Berliner Europa-Center. Ihr Debüterfolg "Mr. Paul McCartney" erreichte 1970 Platz 33 der deutschen Charts.
| Jahr | Titel | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1970 | Mr. Paul McCartney | Platz 33, Debüterfolg |
| 1975 | Er gehört zu mir | Platz 10 in der deutschen Vorentscheidung, trotzdem ein Erfolg |
| 1976 | Ich bin wie du | Platz 2 in den Niederlanden, Platz 1 in Flandern |
| 1976 | Marleen | Radio- und Diskothekenklassiker |
| 1976 | Lieder der Nacht |
Prägend für den Klang dieser Jahre war der Philadelphia Soul, dessen orchestrale Anlage in ihren Aufnahmen deutlich zu hören ist. Wie dieser Klang entstand, steht in dieser Rubrik unter Billy Paul. 1976 und 1977 erhielt Rosenberg den Bravo Otto in Bronze.
Nummer eins zum ersten Mal mit 65
Der bemerkenswerteste Teil dieser Laufbahn liegt nicht in den siebziger Jahren, sondern nach 2020.
| Jahr | Album | Platzierung |
|---|---|---|
| 2020 | Im Namen der Liebe | 1, ihr erstes Studioalbum auf Platz eins |
| 2022 | Diva | 5 |
| 2024 | Bunter Planet | 9 |
Fünfzig Jahre nach dem ersten Charterfolg erreichte sie 2020 zum ersten Mal Platz 1 mit einem Studioalbum. In den Niederlanden und in Deutschland gilt sie als Ikone der queeren Szene, "Er gehört zu mir" ist dort seit Jahrzehnten fester Bestandteil.
2014 saß sie in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar", 2023 trat sie bei "The Masked Singer" als Pilz auf und wurde Siebte.
