Als Cassius Clay gewinnt er 1960 Olympia-Gold, als Muhammad Ali wird er dreimal Boxweltmeister im Schwergewicht und zur wohl bekanntesten Sportlerpersönlichkeit des zwanzigsten Jahrhunderts - schnell, wortgewaltig und politisch unbequem. Sein Kampf gegen die Einberufung zum Vietnamkrieg kostet ihn drei Jahre seiner Karriere, seine Duelle mit Joe Frazier und George Foreman schreiben Boxgeschichte.
Cassius Marcellus Clay Jr. wird am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, geboren. Sein Vater bemalt Plakate und Schilder, seine Mutter Odessa arbeitet als Hausangestellte. Die Familie lebt in den Zeiten der Rassentrennung in den Südstaaten, eine Erfahrung, die den jungen Clay prägt. Zum Boxen kommt er 1954 eher zufällig: Nachdem ihm sein Fahrrad gestohlen wird, will der Zwölfjährige dem Dieb "eine Abreibung" verpassen und wird von einem Polizisten, der nebenbei als Boxtrainer arbeitet, ins Training geschickt.
Clay entwickelt sich schnell zu einem außergewöhnlichen Talent mit ungewöhnlich schnellen Füßen und einer für einen Schwergewichtler untypisch beweglichen Deckung. Er gewinnt zahlreiche Amateurtitel und holt sich 1960 bei den Olympischen Sommerspielen in Rom die Goldmedaille im Halbschwergewicht. Noch im selben Jahr wird er Profi.
1964 sichert sich Clay mit einem Überraschungssieg gegen den favorisierten Sonny Liston seinen ersten Weltmeistertitel im Schwergewicht. Kurz darauf tritt er dem "Nation of Islam" bei, konvertiert zum Islam und legt seinen bisherigen Namen als "Sklavennamen" ab - fortan heißt er Muhammad Ali. 1967 verweigert er aus religiöser Überzeugung den Wehrdienst im Vietnamkrieg, wird wegen Wehrdienstverweigerung verurteilt und verliert seine Kampflizenz sowie seinen Weltmeistertitel. Erst 1971 hebt der Oberste Gerichtshof der USA das Urteil auf und Ali kann in den Ring zurückkehren.
In den siebziger Jahren trägt Ali einige der berühmtesten Boxkämpfe der Geschichte aus. 1971 unterliegt er Joe Frazier im "Fight of the Century", 1974 gewinnt er in Kinshasa gegen George Foreman den als "Rumble in the Jungle" bekannten Kampf und erobert damit seinen Weltmeistertitel zurück. 1975 folgt in Manila der legendäre dritte und entscheidende Kampf gegen Frazier, der als "Thrilla in Manila" in die Sportgeschichte eingeht. Insgesamt wird Ali dreimal Weltmeister im Schwergewicht, seine Profibilanz weist 56 Siege bei 61 Kämpfen auf.
1981 beendet Muhammad Ali seine aktive Karriere. 1984 wird bei ihm die Parkinson-Krankheit diagnostiziert, die sein öffentliches Leben in den folgenden Jahrzehnten zunehmend einschränkt, ihn jedoch nicht davon abhält, sich weiter politisch und sozial zu engagieren. 1996 entzündet er bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta mit sichtbar zitternden Händen das olympische Feuer, einer der bewegendsten Momente der Spielegeschichte. 1999 wird er vom Sportmagazin "Sports Illustrated" zum "Sportler des Jahrhunderts" gekürt, 2005 verleiht ihm US-Präsident George W. Bush die "Presidential Medal of Freedom", die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.
Muhammad Ali stirbt am 3. Juni 2016 im Alter von vierundsiebzig Jahren in Scottsdale, Arizona, an den Folgen eines septischen Schocks. Zu seiner Beerdigung in seiner Heimatstadt Louisville kommen Staatsoberhäupter, Sportler und Weggefährten aus aller Welt.