Prince

7 Min. LesezeitPersonen

Zusammenfassung

Als einer der kreativsten und innovativsten Musiker des zwanzigsten Jahrhunderts ist Prince neben Michael Jackson und Madonna die dritte große Galionsfigur der achtziger Jahre, der Sänger, Arrangeur, Texter und Komponist verkauft in seiner bemerkenswerten Karriere mehr als hundert Millionen Tonträger, er verbindet gekonnt Rock, Funk, Soul, Pop und Jazz, verhilft zahlreichen Kollegen auf die Sprünge und wird mit den renommiertesten Auszeichnungen geehrt Herkunft und Kindheit Prince Rogers Nelson wird am 7. Juni 1958 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Er ist das Kind des italienischstämmigen John L. Nelson, ein Angestellter und Hobby-Pianist, und der Jazzsängerin Mattie Shaw und wächst in Minneapolis mit einigen Halbgeschwistern auf. Nach der Scheidung der Eltern 1968 zieht Prince erst zu seinem Vater, danach zu einer Tante und wird 1973 von Bernadette Anderson aufgenommen, der Mutter eines Klassenkameraden.

Als einer der kreativsten und innovativsten Musiker des zwanzigsten Jahrhunderts ist Prince neben Michael Jackson und Madonna die dritte große Galionsfigur der achtziger Jahre, der Sänger, Arrangeur, Texter und Komponist verkauft in seiner bemerkenswerten Karriere mehr als hundert Millionen Tonträger, er verbindet gekonnt Rock, Funk, Soul, Pop und Jazz, verhilft zahlreichen Kollegen auf die Sprünge und wird mit den renommiertesten Auszeichnungen geehrt

Herkunft und Kindheit

Prince Rogers Nelson wird am 7. Juni 1958 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota geboren. Er ist das Kind des italienischstämmigen John L. Nelson, ein Angestellter und Hobby-Pianist, und der Jazzsängerin Mattie Shaw und wächst in Minneapolis mit einigen Halbgeschwistern auf. Nach der Scheidung der Eltern 1968 zieht Prince erst zu seinem Vater, danach zu einer Tante und wird 1973 von Bernadette Anderson aufgenommen, der Mutter eines Klassenkameraden. 1976 macht Prince in seiner Heimatstadt seinen High-School-Abschluss und bezieht seine erste eigene Wohnung. Schon in jungen Jahren begeistert sich Prince für Musik, bereits als Zwölfjähriger spielt er in Highschool-Bands. Der Autodidakt beherrscht etliche Instrumente, experimentiert früh mit Sounds und wird 1978 von Warner Bros. entdeckt.

Beruflicher Werdegang

1978 veröffentlicht Prince das wenig beachtete Debütalbum "For You", sein zweites Album "Prince" ist wesentlich erfolgreicher. Mit seinem dritten Album "Dirty Mind" verabschiedet sich der Sänger vom Funk-Image und wendet sich anderen Musikrichtungen zu, auch ändert er sein Erscheinungsbild, in androgyn-exzentrischer Aufmachung trifft er exakt den Nerv der damaligen Zeit. 1982 erscheint sein Album "1999", der gleichnamige Song daraus entwickelt sich in den folgenden Jahren zum zeitlosen Party-Hit. Zwei Jahre später gelingt Prince mit "Purple Rain" der internationale Durchbruch, das Album zum gleichnamigen Film mit den Hits "Purple Rain", "Let's Go Crazy" und "When Doves Cry" wird ein großer Erfolg und katapultiert den Sänger über Nacht in den internationalen Pop-Olymp, 1984 wird ihm für "Purple Rain" ein "Oscar" verliehen. Das Album zählt heute zu den besten Platten der Popgeschichte.

1985 erscheint das Nachfolgealbum "Around The World In A Day" mit den Single-Auskopplungen "Raspberry Beret" und "Pop Life", es kann den Erfolg des Vorgängers nicht wiederholen. 1986 versucht Prince den Erfolg von "Purple Rain" mit seinem zweiten Film "Under The Cherry Moon" zu wiederholen, scheitert aber. Der Film wird von Kritikern als eitle Selbstbespiegelung verrissen und erhält 1987 mehrere "Goldene Himbeeren"- unter anderem als "Schlechtester Film" des Jahres. Die Songs aus "Parade", dem Soundtrack des Films, wie "Mountains" und "Kiss" sind wesentlich erfolgreicher. Das 1987 erscheinende Album "Sign O' The Times" wird besonders von Kritikern hochgelobt und gilt vielen als das beste des Sängers.

Zu Beginn der neunziger Jahre kommt es zu Differenzen zwischen Prince und seiner Plattenfirma, vorübergehend legt der Sänger seinen Künstlernamen ab und nennt sich für einige Jahre "The Artist Formerly Known As Prince" ("Der früher als Prince bekannte Künstler"). Er protestiert damit für das Recht an seinem geistigen Eigentum. Erst mit Beendigung seines Vertrages bei "Warner Bros." 2000 nennt er sich wieder Prince. Während dieser Jahre sinkt die Popularität des Sängers und sein kommerzieller Erfolg geht besonders in den USA zurück, erst mit seinem Song "Batman" kann Prince wieder an alte Erfolge anknüpfen. 1991 erscheint sein Album "Diamonds & Pearls", Singles wie "Gold", "Cream" und "Diamonds & Pearls" sind vor allem in Europa sehr erfolgreich. Unter dem Namen "Symbol" hat Prince 1993 mit "The Most Beautiful Girl In The World" auch in Deutschland wieder einen Hit.

Prince veröffentlicht im Laufe der neunziger Jahre in regelmäßigen Abständen neue Alben, welche seine riesige Anhängerschaft erfreuen, in den internationalen Hitparaden ist er jedoch bis auf "The Greatest Romance Ever Sold" von 1999 nicht mehr zu finden. Dies ändert sich auch nicht im neuen Jahrhundert, der Sänger versucht unkonventionelle Betriebswege zu finden um sich von der Musikindustrie abzugrenzen, dies gelingt ihm nur mäßig. Die Alben "The Rainbow Children", "Xpectation", "One Nite Alone...", "Musicology", "3121", "Planet Earth" und "Lotusflow3" finden nur wenig Beachtung. 2010 veröffentlicht Prince sein vorerst letztes Album "20TEN", welches in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur als Beilage eines Musikjournals zu erhalten ist und geteilte Kritiken hervorruft.

Prince geht als größter schwarzer Rockmusiker nach Jimi Hendrix in die Popgeschichte ein, sein stilistischer Einfluss auf andere Musiker ist unverkennbar, er hilft zahlreichen Musikerkollegen bei ihrer Karriere und schreibt teilweise unter Pseudonym etliche Weltklassiker. Von ihm stammen unter anderem "I Feel For You" von Chaka Khan, "Nothing Compares To You" von Sinéad O'Connor, "A Love Bizarre" von Sheila E, "Love They Will Be Done" von Martika, "Manic Monday" von "The Bangles" und "Stand Back" von Stevie Nicks. Prince gilt als meist gecoverter Musiker seiner Generation, Tina Turner und Tom Jones interpretieren seine Songs, und als hervorragender Duett-Partner für Künstler wie Beyoncé Knowles, Madonna und Sheena Easton

Der Sänger, der sein Privatleben rigoros abschirmt, heiratet 1996 die damals noch minderjährige Tänzerin Mayte Jannell Garcia, aus der Ehe stammt ein Sohn, der noch im Babyalter stirbt. Die Ehe wird 1998 annuliert. In zweiter Ehe ist Prince bis 2006 mit der Kanadierin Manuela Testolini verheiratet. Seit 2007 ist der Sänger mit der Tänzerin und Sängerin Bria Valente liiert.

2003 wird Prince in die "Rock And Roll Hall Of Fame" aufgenommen und 2010 wird er vom US-Magazin Time zu den hundert einflussreichsten Personen der Welt in der Kategorie "Künstler" gewählt. Im selben Jahr wird der Musiker mit einem "BET Award" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Sieben Jahre ohne Namen

Der längste Konflikt seiner Laufbahn war kein künstlerischer, sondern ein vertraglicher. Warner Brothers verlangte von Prince eine Schaffenspause und ein Album mit den größten Erfolgen, er wollte weiter veröffentlichen, was und wann er wollte.

Am 7. Juni 1993 kündigte er an, seinen Namen in ein unaussprechbares Symbol zu ändern. Die Presse behalf sich mit der Bezeichnung The Artist Formerly Known As Prince. Der Vertrag mit Warner endete am 31. Dezember 1999, am 16. Mai 2000 nahm er seinen Namen wieder an.

Sieben Jahre ohne aussprechbaren Namen sind als Marketingschaden kaum zu überschätzen, und genau darum ging es. Ein Künstler, dessen Name der Plattenfirma gehörte, machte den Namen unbrauchbar. Der Vorgang wirkte damals exzentrisch und war in der Sache eine der wenigen wirksamen Möglichkeiten, gegen einen laufenden Vertrag anzugehen.

Gestorben am 21. April 2016 in Paisley Park

Prince stirbt am 21. April 2016 in seinem Studio Paisley Park in Chanhassen im Bundesstaat Minnesota. Die Obduktion ergab eine Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl, der Tod wurde als Unfall eingestuft.

Die Ermittler fanden Tabletten, die als Hydrocodon gekennzeichnet waren, tatsächlich aber das erheblich stärkere Opioid Fentanyl enthielten. Ein Rezept dafür besaß er nicht. Sein letzter Auftritt fand fünf Tage zuvor statt, am 16. April 2016, bei einer Tanzveranstaltung in denselben Studios, wo er zwei Stücke am Klavier spielte.

Die Bilanz in Zahlen

AngabeWert
Studioalben zu Lebzeiten39
verkaufte Tonträger zu Lebzeitenüber 100 Millionen
Grammy Awards zu Lebzeiten7
Grammy für das Lebenswerk2025, posthum
Rock and Roll Hall of Fame2003
Zeit ohne aussprechbaren Namen7. Juni 1993 bis 16. Mai 2000

39 Studioalben bei sieben Grammys ist ein auffälliges Verhältnis. Zum Vergleich aus derselben Rubrik: Quincy Jones gewann 28 Grammys, ohne je ein vergleichbares eigenes Werk vorzulegen. Preise messen nicht die Menge und auch nicht den Einfluss, sondern das Urteil einer Jury im jeweiligen Jahr, und Prince war für dieses Urteil über weite Strecken zu unbequem.

Warum das Werk größer ist als der Katalog

Ein Teil seiner Arbeit erschien nie unter seinem Namen. Prince schrieb Stücke für andere, teils unter Pseudonymen, und hinterließ in Paisley Park ein Archiv unveröffentlichter Aufnahmen, dessen Umfang bis heute nicht vollständig bekannt ist.

Damit endet diese Biografie mit derselben Frage, mit der sie in den neunziger Jahren begann: Wem gehört die Musik? Prince hat sieben Jahre lang seinen Namen aufgegeben, um diese Frage zu seinen Gunsten zu entscheiden. Was in dem Archiv liegt, wird seit seinem Tod von einem Nachlassverwalter verwaltet, also von genau der Sorte Instanz, gegen die er zu Lebzeiten gekämpft hat.

Schlagwörter

KomponistenMusikerPersonenSängerTänzer

Dazu passt