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Quincy Jones

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Zusammenfassung

Quincy Jones hat das meistverkaufte Album der Geschichte produziert: 104 Millionen zertifizierte Einheiten von Michael Jacksons "Thriller". Er wurde 80 Mal für einen Grammy nominiert und gewann 28. Dazwischen liegen sieben Jahrzehnte Arbeit, die in der Swing-Ära begann, als er mit dreizehn Jahren neben Ray Charles spielte. Mit dreizehn Jahren gründet er eine Band mit Ray Charles Quincy Delight Jones wird am 14. März 1933 in Chicago geboren und wächst in Bremerton im Bundesstaat Washington auf.

Quincy Jones hat das meistverkaufte Album der Geschichte produziert: 104 Millionen zertifizierte Einheiten von Michael Jacksons "Thriller". Er wurde 80 Mal für einen Grammy nominiert und gewann 28. Dazwischen liegen sieben Jahrzehnte Arbeit, die in der Swing-Ära begann, als er mit dreizehn Jahren neben Ray Charles spielte.

Mit dreizehn Jahren gründet er eine Band mit Ray Charles

Quincy Delight Jones wird am 14. März 1933 in Chicago geboren und wächst in Bremerton im Bundesstaat Washington auf. Schon in der Schulzeit lernt er Trompete. Mit dreizehn freundet er sich mit dem drei Jahre älteren Ray Charles an, und die beiden gründen eine gemeinsame Band.

Das ist der bemerkenswerteste Anfang, den man in dieser Rubrik finden kann. Zwei Jugendliche im Nordwesten der USA, von denen der eine blind ist, gründen 1946 eine Kapelle. Der eine wird zum Erfinder des Soul, der andere zum meistausgezeichneten Produzenten der Musikgeschichte.

Vom Arrangeur zum Filmkomponisten

Jones arbeitet zunächst als Trompeter und Arrangeur im Jazz, unter anderem im Umfeld von Miles Davis, Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Später schreibt er Filmmusik, dokumentiert sind über dreißig Filme.

Diese Zwischenstation erklärt seine spätere Arbeitsweise. Ein Filmkomponist denkt in Szenen, in Wirkung und in Zeit, nicht in Songs. Genau das unterscheidet seine Popproduktionen von denen der meisten Kollegen: Sie sind gebaut wie Filmmusik, mit Aufbau, Einsätzen und einem berechneten Höhepunkt.

1961 wird er Vizepräsident bei Mercury Records

Ein Datum aus dieser Biografie steht selten in den Nachrufen, obwohl es das folgenreichste sein dürfte: 1961 wird Jones zum Vizepräsidenten von Mercury Records befördert und ist damit der erste Afroamerikaner in einer solchen Position bei einem großen Plattenkonzern.

Das ist etwas anderes als ein künstlerischer Erfolg. Ein Vizepräsident entscheidet, wer aufnehmen darf, mit welchem Budget und mit welcher Werbung. Bis 1961 traf diese Entscheidungen bei den großen Firmen ausschließlich weißes Personal, und zwar auch dort, wo die Musik von schwarzen Künstlern kam. Zehn Jahre später, 1971, ist Jones der erste Afroamerikaner, der die Musik der Oscar-Verleihung leitet und dirigiert.

1974 zwei Operationen am Gehirn

1974 erleidet Jones ein lebensbedrohliches Aneurysma im Gehirn. Er wird zweimal operiert, und Freunde bereiteten bereits eine Trauerfeier vor. Eine eingesetzte Metallplatte machte das Trompetespielen für ihn unmöglich, die Ärzte untersagten es ihm dauerhaft.

Damit endete mit 41 Jahren seine Laufbahn als Instrumentalist. Was folgte, waren die produktivsten dreißig Jahre seines Lebens. Der Verlust des eigenen Instruments hat ihn endgültig auf die Seite des Schreibtischs gebracht, und dort entstanden die Platten, für die man ihn heute kennt.

Drei Alben mit Michael Jackson

Die Zusammenarbeit mit Michael Jackson umfasst drei Alben: "Off the Wall" von 1979, "Thriller" von 1982 und "Bad" von 1987.

"Thriller" ist mit 104 Millionen zertifizierten Einheiten das meistverkaufte Album der Musikgeschichte. Zur Einordnung mit Zahlen aus derselben Rubrik: Depeche Mode kommen über fünfzehn Studioalben auf rund 17,7 Millionen belegte Verkäufe, das erfolgreichste Album von a-ha auf über zwölf Millionen. "Thriller" allein liegt also bei etwa dem Sechsfachen des gesamten Depeche-Mode-Katalogs.

28 Grammys aus 80 Nominierungen

AuszeichnungAnzahl oder Jahr
Grammy-Nominierungen80
Grammy-Auszeichnungen28
Emmy1
Tony Award1
Polar Music Prize1994
Jean Hersholt Humanitarian Award1995
Dance Music Hall of Fame2005
Ehrenoscar für das Lebenswerk2024, sein zweiter

80 Nominierungen und 28 Auszeichnungen ergeben eine Trefferquote von 35 Prozent. Bemerkenswerter ist die Streuung: Grammy, Emmy und Tony bedeuten Auszeichnungen für Schallplatte, Fernsehen und Bühne. Wer in allen drei Bereichen gewinnt, arbeitet nicht in einem Fach, sondern in einer Branche.

"We Are the World" brachte 50 Millionen Dollar

1985 produziert Jones "We Are the World", geschrieben von Michael Jackson und Lionel Richie, aufgenommen von einer Reihe amerikanischer Stars zugunsten eines Hilfsfonds für Afrika. Die Single verkauft sich über 20 Millionen Mal und bringt rund 50 Millionen US-Dollar an Spenden ein.

Die Aufnahme fand in einer einzigen Nacht statt, unmittelbar nach einer Preisverleihung, weil das der einzige Termin war, an dem alle Beteiligten in derselben Stadt waren. An der Studiotür soll ein Schild gehangen haben mit der Aufforderung, das eigene Ego draußen zu lassen. Ob das Schild echt war, ist unklar. Dass die Organisation dieser Nacht eine der schwierigsten Produktionsaufgaben der Popgeschichte war, ist es nicht.

Von Sinatra bis zum Hip-Hop

Die Spannweite seiner Arbeit ist der eigentliche Befund. Jones hat mit Frank Sinatra und Ella Fitzgerald gearbeitet, also mit der Generation der Swing-Ära, ebenso mit Aretha Franklin, Donna Summer und Michael Jackson. In Europa hat er Stücke von Jacques Brel und Charles Aznavour bearbeitet.

Dazwischen liegen rund fünfzig Jahre und mehrere vollständige Umbrüche der Musikproduktion: vom Direktschnitt über das Mehrspurband bis zur digitalen Aufnahme. Sehr wenige Produzenten haben mehr als einen dieser Umbrüche an der Spitze überstanden.

Fernsehen: von "Roots" bis "Der Prinz von Bel-Air"

Für die Fernsehreihe "Roots" von 1977 gewann Jones einen Primetime Emmy für die beste Musikkomposition einer Serie. 1990 war er über seine Produktionsfirma ausführender Produzent von "Der Prinz von Bel-Air", der ersten Schauspielrolle von Will Smith.

Auch das gehört zum Bild. Ein Mann, der 1946 mit Ray Charles eine Kapelle gegründet hatte, brachte 1990 einen Rapper aus Philadelphia ins amerikanische Hauptabendprogramm. Dazwischen liegen 44 Jahre und mindestens vier Musikergenerationen.

Gestorben am 3. November 2024

Quincy Jones stirbt am 3. November 2024 mit 91 Jahren in Los Angeles, im selben Jahr, in dem er seinen zweiten Ehrenoscar für das Lebenswerk erhielt.

Was ihn von den meisten Musikern dieser Rubrik unterscheidet, ist die Rolle. Er stand selten im Vordergrund, sang nicht und trat spät kaum noch auf. Seine Arbeit steckt in den Aufnahmen anderer, und sie ist dort so gründlich verbaut, dass man sie nicht heraushören kann. Das ist die Definition eines Produzenten, und im Fall von "Thriller" ist das Ergebnis das meistverkaufte Tonträgerprodukt, das je hergestellt wurde.

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