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Dusty Springfield

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Dusty Springfield
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Zusammenfassung

Als "weiße Diva mit schwarzer Stimme" prägt Dusty Springfield den Blue-Eyed-Soul der sechziger Jahre entscheidend mit und macht sich zugleich als Förderin amerikanischer Motown-Künstler in Großbritannien einen Namen. Nach Jahren abseits der Charts gelingt ihr in den achtziger Jahren mit den Pet Shop Boys ein gefeiertes Comeback. Kindheit und The Springfields Mary Isobel Catherine Bernadette O'Brien wird 1939 im Londoner Stadtteil West Hampstead als Tochter irischer Eltern geboren, die ihre musikalische Ausbildung von klein auf fördern. Den Spitznamen "Dusty" erhält sie, weil sie als Kind mit Jungen auf der Straße Fußball spielt. 1960 gründet sie mit ihrem Bruder Tom Springfield und Tim Feild die Folk-Pop-Gruppe The Springfields, die zwischen 1961 und 1963 fünf Top-40-Hits in Großbritannien landet, darunter zwei Top-5-Erfolge.

Als "weiße Diva mit schwarzer Stimme" prägt Dusty Springfield den Blue-Eyed-Soul der sechziger Jahre entscheidend mit und macht sich zugleich als Förderin amerikanischer Motown-Künstler in Großbritannien einen Namen. Nach Jahren abseits der Charts gelingt ihr in den achtziger Jahren mit den Pet Shop Boys ein gefeiertes Comeback.

Kindheit und The Springfields

Mary Isobel Catherine Bernadette O'Brien wird 1939 im Londoner Stadtteil West Hampstead als Tochter irischer Eltern geboren, die ihre musikalische Ausbildung von klein auf fördern. Den Spitznamen "Dusty" erhält sie, weil sie als Kind mit Jungen auf der Straße Fußball spielt. 1960 gründet sie mit ihrem Bruder Tom Springfield und Tim Feild die Folk-Pop-Gruppe The Springfields, die zwischen 1961 und 1963 fünf Top-40-Hits in Großbritannien landet, darunter zwei Top-5-Erfolge.

Solokarriere und Motown-Förderung

1963 startet Dusty Springfield mit "I Only Want to Be with You" ihre Solokarriere und wird zu einer prägenden Stimme des "Swinging London". 1966 erreicht sie mit "You Don't Have to Say You Love Me" ihren kommerziellen Höhepunkt in Großbritannien. Als leidenschaftliche Anhängerin des Motown-Sounds organisiert sie 1965 eine Sonderausgabe der Musiksendung "Ready Steady Go!" mit amerikanischen Motown-Künstlern und verschafft ihnen damit ihre ersten landesweiten Fernsehauftritte in Großbritannien. Ende der sechziger Jahre wendet sie sich verstärkt dem Soul zu, 1969 erscheint mit "Dusty in Memphis" ihr gefeiertes Album samt dem Titel "Son of a Preacher Man", der beiderseits des Atlantiks in die Top Ten gelangt.

Privatleben und persönliche Krisen

1970 äußert sich Springfield offen zu ihrer Sexualität: "Ich bin genauso fähig, von einem Mädchen beeinflusst zu werden wie von einem Jungen." Sie führt eine langjährige Beziehung mit der Sängerin Norma Tanega und weiteren Frauen; 1983 heiratet sie kurzzeitig und turbulent Teda Bracci. In den siebziger und achtziger Jahren kämpft sie mit Alkoholismus und Drogenabhängigkeit, wird mehrfach wegen Selbstverletzung hospitalisiert und mit einer bipolaren Störung diagnostiziert.

Comeback und Tod

1987 gelingt Dusty Springfield mit dem Pet-Shop-Boys-Duett "What Have I Done to Deserve This?" ihr erster Hit seit Jahren, der Platz zwei sowohl in Großbritannien als auch in den USA erreicht; 1989 folgen zwei weitere erfolgreiche Zusammenarbeiten mit dem Duo. 1994 wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, nach zwischenzeitlicher Remission kehrt die Krankheit 1996 zurück. Dusty Springfield stirbt am 2. März 1999 im Alter von 59 Jahren in Henley-on-Thames, nur zwei Wochen vor ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Elton John würdigt sie später als "die größte weiße Sängerin, die es je gab".

Achtzehn Titel in den amerikanischen Charts

Dusty Springfield hieß bürgerlich Mary Isabel Catherine Bernadette O'Brien und wurde am 16. April 1939 in Hampstead in London geboren. Zwischen 1964 und 1970 platzierte sie achtzehn Titel in den Billboard Hot 100, sechs davon in den Top 20, dazu kommen 25 Titel in den britischen Top 40.

JahrTitelUKUSA
1963I Only Want to Be with You412
1964I Just Don't Know What to Do with Myself3
1964Wishin' and Hopin'6
1966You Don't Have to Say You Love Me14
1968Son of a Preacher Man910
1968I Close My Eyes and Count to Ten4

Ihr Vertrag verbot Auftritte vor getrenntem Publikum

Im Dezember 1964 tourte Springfield durch Südafrika. Ihr Vertrag schloss Auftritte vor nach Hautfarbe getrenntem Publikum ausdrücklich aus, womit sie zu den ersten britischen Künstlern mit einer solchen Klausel gehörte.

Am 18. Dezember 1964 trat sie in einem Theater bei Kapstadt vor gemischtem Publikum auf und verstieß damit gegen die Apartheidgesetze. Sie wurde ausgewiesen, nach fünf von sieben vereinbarten Auftritten.

Der Fall gehört neben zwei andere in dieser Rubrik. Miriam Makeba verlor 1963 wegen ihrer Rede vor den Vereinten Nationen die südafrikanische Staatsbürgerschaft. Percy Sledge spielte in den siebziger Jahren rund hundert Konzerte im Jahr in demselben Land. Drei Musiker, dieselbe Frage, drei verschiedene Antworten.

1965 brachte sie Motown ins britische Fernsehen

Am 28. April 1965 moderierte Springfield eine Sonderausgabe der Sendung "Ready Steady Go!" unter dem Titel "The Sound of Motown". Es waren die ersten landesweiten britischen Fernsehauftritte der Supremes, der Miracles, von Stevie Wonder, Martha and the Vandellas und den Temptations.

Mary Wilson von den Supremes berichtete, dass die begleitende Motown Revue im März desselben Jahres in London vor halbleeren Sälen gespielt hatte. Springfields Sendung gilt als der Punkt, an dem amerikanischer Soul in Großbritannien ankam, mit Folgen bis zur Entstehung des Northern Soul.

1970 sprach sie öffentlich über ihre Sexualität

Im September 1970 sagte sie dem Evening Standard, sie sei genauso gut in der Lage, sich von einer Frau wie von einem Mann einnehmen zu lassen. Drei Jahre später äußerte sie sich noch deutlicher.

Für 1970 waren das kühne Sätze, ausgesprochen von einer Sängerin auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit. Von Mitte 1966 bis in die frühen siebziger Jahre lebte sie mit der Sängerin Norma Tanega zusammen.

Zwei Comebacks: 1987 und 1994

Zwischen 1971 und 1986 platzierte sie keinen einzigen Titel in den Charts. 1987 kam sie mit "What Have I Done to Deserve This?" gemeinsam mit den Pet Shop Boys zurück, Platz 2 in Großbritannien und den USA, Platz 4 in Deutschland.

Das zweite Comeback verdankt sie einem Film. Der Soundtrack zu "Pulp Fiction" von 1994 enthält "Son of a Preacher Man" und verkaufte sich über drei Millionen Mal.

Gestorben am 2. März 1999 in Henley-on-Thames

Im Januar 1994 erkrankte Springfield während der Aufnahmen zu "A Very Fine Love" in Nashville, in England wurde Brustkrebs festgestellt. Nach Chemotherapie und Bestrahlung war die Erkrankung zunächst zurückgedrängt, das Album erschien im Juni 1995. Ihr letzter Fernsehauftritt fand am 30. Juni 1995 bei "Later with Jools Holland" statt.

Im Sommer 1996 kehrte der Krebs zurück. Dusty Springfield stirbt am 2. März 1999 in Henley-on-Thames in Oxfordshire im Alter von 59 Jahren. Zehn Tage später wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Ein Teil ihrer Asche wurde in Henley beigesetzt, den Rest verstreute ihr Bruder Tom Springfield an den Cliffs of Moher in Irland.

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