Als eine der ersten starken Frauen im Popgeschäft singt sich die selbstbewusste Blues- und Soul-Sängerin mit Klassikern wie "All I Could Do Was Cry", "I'd Rather Go Blind" und "At Last" in den Olymp der Weltstars, Etta James gilt mit ihrer volltönenden und ausgereiften Stimme als "Mutter des Rhythm'n & Blues" und ist Künstlern wie Janis Joplin, Mick Jagger, Diana Ross, Beyoncé und Amy Winehouse ein musikalisches Vorbild
Kindheit und Jugend
Etta James kommt am 25. Januar 1938 in Los Angeles als Jamesetta Hawkins zur Welt, die Tochter einer vierzehnjährigen Prostituierten wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und erhält Ihren ersten Gesangsunterricht im Alter von fünf Jahren in der St. Paul Baptist Church in Los Angeles. 1952 wird Etta James von Johnny Otis entdeckt und gründet mit seiner Hilfe das Doo-Wop-Trio "The Creolettes". Der erste Hit der Formation "The Wallflower" wird auf Anhieb ein Hit, danach singt Etta James bei "Etta James & the Peaches" und verzeichnet mit "All I Could Do Was Cry" einen weiteren Hit. 1961 schafft Ihr Debütalbum "At Last!" den Sprung aus der schwarzen R'n'B- in die weiße Pop-Hitparade. Erst mit dem Aufkommen der Disco-Musik in der Mitte der siebziger Jahre nimmt Etta James Erfolg allmählich ab, dennoch gilt sie mittlerweile als Ikone der amerikanischen Musik.
Werdegang
Nach dem Kampf gegen ihre Drogensucht engagiert sich Etta James in Anti-Drogen-Projekten, 1978 und 1980 ist sie als Vorgruppe der "Rolling Stones" unterwegs. Bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles singt sie "When The Saints Go Marching In". Neben vier "Grammys" gewinnt Etta James siebzehn "Blues-Music-Awards". 1993 wird sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2001 folgt die Aufnahme in die Blues Hall of Fame. 1995 erscheint ihre Biographie "Rage To Survive", 2003 erhält sie zusätzlich einen Grammy für ihr Lebenswerk und wird mit einem Stern auf dem "Hollywood Walk Of Fame" verewigt.
Mitte der neunziger Jahre wird Etta James durch den Muddy-Waters-Klassiker "I Just Wanna Make Love To You", den sie für einen Werbesong neu interpretiert, auch einem jüngeren Publikum bekannt. In Österreich wird gegen Ende der neunziger Jahre ihr größter Hit "At Last" in einem weiteren Werbespot verwendet.
Etta James hat zwei Söhne, Donto und Sametto, beide sind ebenfalls Musiker.
Die letzten Jahre
Etta James stirbt am 20. Januar 2012 im Alter von dreiundsiebzig Jahren in Riverside, Kalifornien, an den Folgen einer Lungenentzündung, nur drei Tage nach dem Tod ihres Entdeckers Johnny Otis.
Mit sechzehn auf Platz eins
Etta James hieß bürgerlich Jamesetta Hawkins und wurde am 25. Januar 1938 in Los Angeles geboren. Ihren ersten Erfolg hatte sie Anfang 1955 mit sechzehn Jahren: "The Wallflower" erreichte Platz 1 der Rhythm-and-Blues-Charts.
Der Titel hieß ursprünglich "Roll with Me, Henry" und wurde umbenannt, weil er sonst nicht gespielt worden wäre. Das ist die erste von mehreren Stellen in dieser Biografie, an denen andere über sie entschieden.
"At Last" war kein Charterfolg
1960 wechselte James zu Chess Records, wo der kommerzielle Erfolg begann. Ihr heute bekanntestes Stück, "At Last", erschien 1960 und wurde 1961 veröffentlicht. Es kam in den USA nur auf Platz 47 und in Großbritannien auf Platz 39.
Das ist bemerkenswert, weil dieses Stück inzwischen als eine der bekanntesten Aufnahmen des amerikanischen Repertoires gilt. 1999 wurde es in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. Der Ruf entstand also über Jahrzehnte und nicht über die Charts, ähnlich wie bei "La Mer" von Charles Trenet, das drei Jahre lang für unverkäuflich gehalten wurde.
17 Monate in der Klinik
Ab Mitte der sechziger Jahre war James heroinabhängig und finanzierte die Sucht mit gefälschten Rezepten und Diebstählen. Mit 36 Jahren verbrachte sie 17 Monate im Tarzana Psychiatric Hospital. 1973 wurde sie wegen Heroinbesitzes festgenommen und 1974 zu einer Entziehungsbehandlung verurteilt. Danach folgte eine Methadonabhängigkeit, der Substanzkonsum zog sich bis in die achtziger Jahre.
Später engagierte sie sich in Projekten gegen Drogen. Insgesamt nahm sie zwischen 1960 und 2011 rund 32 Studioalben auf.
| Jahr | Auszeichnung |
|---|---|
| 1993 | Rock and Roll Hall of Fame |
| 1994 | Grammy, beste Jazzstimme |
| 1999 | "At Last" in der Grammy Hall of Fame |
| 2001 | Blues Hall of Fame |
| 2003 | Grammy für das Lebenswerk |
| 2004 | Grammy, bestes zeitgenössisches Bluesalbum, "Let's Roll" |
| 2005 | Grammy, bestes zeitgenössisches Bluesalbum, "Blues To The Bone" |
Der Streit um "At Last" beim Amtsantritt Obamas
2009 sang Beyoncé "At Last" beim Ball zur Amtseinführung von Barack Obama. James beschwerte sich öffentlich darüber, dass dort jemand ihr Lied singe. Später erklärte sie, die Bemerkungen seien scherzhaft gemeint gewesen und entsprängen der Kränkung, selbst nicht eingeladen worden zu sein.
Ihre Angehörigen führten die Äußerungen auf eine Alzheimer-Erkrankung und eine medikamentenbedingte Demenz zurück. Ihr letzter Fernsehauftritt fand im April 2009 statt, sie sang dort "At Last".
Gestorben am 20. Januar 2012 in Riverside
Ihr letztes Album "The Dreamer" erschien im November 2011, zusammen mit der Ankündigung ihres Rückzugs. Etta James stirbt am 20. Januar 2012 in Riverside in Kalifornien an einer schweren Lungenentzündung, fünf Tage vor ihrem 74. Geburtstag.
