Sie ist in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Hollywoods größter Star und füllt als platinblonder Vamp die Kinosäle einer Dekade - Lana Turner geht als erstes "Glamour Girl" in die Filmgeschichte ein und sorgt mit ihren zahlreichen Eskapaden und ihren acht Ehen mit sieben Männern jahrelang für Schlagzeilen.
Kindheit
Lana Turner wird am 8. Februar 1921 in der Bergarbeiterstadt Wallace im US-Bundesstaat Idaho als Julia Jean Mildred Frances Turner geboren. Sie kommt aus einfachen Verhältnissen - als sie neun Jahre alt ist, wird ihr Vater, der einen Hang zum Glücksspiel hat, auf der Straße seines Gewinnes beraubt und erschlagen. Daraufhin gibt die mittellose Mutter das Kind zunächst zu Pflegeeltern, später ziehen beide nach Kalifornien, wo die Mutter ab 1936 in Los Angeles einen Schönheitssalon betreibt.
Entdeckung als "Sweater Girl"
In Hollywood besucht Lana Turner die Klosterschule Convent of Immaculate Conception. In einer Eisdiele am Sunset Boulevard wird das Mädchen von einem Redakteur des Hollywood Reporter entdeckt und dem Regisseur Mervyn LeRoy vorgestellt - bei diesem Gespräch trägt Lana Turner einen sehr engen Pullover, was MGM-Bosse auf die Idee bringt, sie als "Sweater-Girl" ins Showbusiness zu bringen. Diese Entdeckung löst einen landesweiten Trend aus, von dem unter anderem auch die Kosmetik- und Dessousindustrie profitiert.
Filmkarriere
Nach dem Besuch der Hollywood High School gibt Lana Turner 1936 als Statistin ihr Filmdebüt in "A Star Is Born" ("Ein Stern geht auf"). Danach spielt sie die Ehefrau von Spencer Tracy in "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (1940), die Geliebte von Clark Gable in "Honky Tonk" (1941) und die böse Lady De Winter in "The Three Musketeers" (1948) neben Gene Kelly. Für ihre Rolle als neurotische Witwe in Mark Robsons "Peyton Place" (1957) erhält sie ihre einzige Oscar-Nominierung als beste Schauspielerin. Den größten Erfolg ihrer Laufbahn hat sie 1959 im Melodram "Imitation of Life" unter der Regie von Douglas Sirk. Gegen Ende der fünfziger Jahre beginnt ihr Stern zu sinken - ihre letzte größere Rolle spielt sie in den achtziger Jahren in der TV-Serie "Falcon Crest".
Ehen und der Stompanato-Skandal
Bekannt ist Lana Turner für ihre zahlreichen Affären und ihre insgesamt acht Ehen mit sieben Männern. Als Neunzehnjährige ehelicht sie den Jazzmusiker Artie Shaw, danach den Schauspieler und Restaurateur Steve Crane - den sie nach einer Annullierung ein zweites Mal heiratet -, den Zinn-Millionär Henry J. Topping, den Schauspieler Lex Barker, den Rancher Fred May, den Produzenten Robert Eaton und 1969 den Hypnotiseur Ronald Dante. Ihre Tochter Cheryl, die 1958 im Alter von vierzehn Jahren Turners damaligen Liebhaber, den Unterweltler Johnny Stompanato, ersticht, stammt aus der Ehe mit Steve Crane.
Spätere Jahre und Tod
Als starke Raucherin erkrankt Lana Turner Anfang der neunziger Jahre an Kehlkopfkrebs, der bis 1992 auf Kiefer und Lunge übergreift. Sie stirbt am 29. Juni 1995 im Alter von 74 Jahren in ihrem Zuhause in Los Angeles.
