Sie absolviert eine der außergewöhnlichsten und zugleich längsten Karrieren in der neueren Geschichte der Gesangskunst und gilt als die letzte "Diva des Verismo", Magda Olivero wird für ihre unnachahmliche Mischung aus Emotionalität, Künstlichkeit und Kunst der Nuancierung von Klassikfreunden auf der ganzen Welt heiß geliebt und schon zu Lebzeiten als Legende gefeiert
Kindheit und Ausbildung
Magda Olivero kommt am 25. März 1910 im piemontesischen Saluzzo in Norditalien zur Welt. Nach ihrem Gesang-, Klavier- und Musikwissenschafts-Studium bei Luigi Gerussi und Luigi Ricci am Konservatorium in Turin debütiert sie 1933 am Turiner Teatro Vittorio Emanuele als Lauretta in der Oper "Gianni Schicchi" von Giacomo Puccini. Sie tritt auch in der Mailänder Scala, am Teatro San Carlo in Neapel und am Teatro Verdi in Triest auf.
Beruflicher Werdegang
Im Laufe ihrer langen Karriere gestaltet Magda Olivero alle fragilen Frauengestalten des Verismo, das steht für Pathos und große Stummfilmgebärde, für Schreien und Schluchzen, Gurgeln und Grollen, aber auch für Seufzen und Flüstern und die magischen Momente der Selbstentäußerung auf der Opernbühne. Man kann sie als Mimi ("La Boheme"), Liu ("Turandot"), Sour Angelica, Butterfly, Tosca und Manon Lescaut sowie als Minnie aus "Fanciulla del West" und auch als Wally und Fedora sehen.
Nach ihrer Heirat 1941 gibt Magda Olivero ihre Karriere auf. 1951 erfüllt sie den Wunsch des Komponisten Francesco Cilea, der die Sängerin vor seinem Tod noch einmal in der Titelpartie seiner Oper "Adriana Lecouvreur" hören möchte. Nach dem großen Erfolg dieser Aufführung nimmt die Sängerin nach zehnjähriger Pause ihre Karriere wieder auf. Erneut tritt sie am Teatro alla Scala auf, aber auch in London, Paris, Brüssel, Amsterdam, Buenos Aires, Dallas, in der Arena di Verona und an der Wiener Staatsoper.
1975 gibt Magda Olivero als Fünfundsechzigjährige ihr gefeiertes Debüt als Tosca an der Metropolitan Opera in New York, sie springt kurzfristig für die erkrankte Birgit Nilsson ein, und ihre drei Vorstellungen werden mit stürmischem Beifall gefeiert. Sie setzt ihre Karriere bis ins hohe Alter fort und tritt noch 1990 im italienischen Jesi als Adriana auf.
Magda Olivero, für viele die letzte "Verismo-Diva" und "lebende Legende der Oper", steht mit den berühmtesten Sängern der Zeit wie Benjamino Gigli, Tito Schippa, Giacomo Lauri-Volpi, Mario del Monaco, Franco Corelli und Placido Domingo auf den großen Opernbühnen der Welt.
Tod und Vermächtnis
Magda Olivero stirbt am 8. September 2014 im Alter von 104 Jahren in Mailand.
Eine Laufbahn über 57 Jahre, mit zehn Jahren Pause
Magda Olivero wurde am 25. März 1910 in Saluzzo geboren und debütierte 1933 am Teatro Vittorio Emanuele in Turin als Lauretta in "Gianni Schicchi". 1938 nahm sie für das Label Cetra Puccinis "Turandot" auf.
1941 zog sie sich wegen ihrer Heirat von der Bühne zurück. Die Pause dauerte zehn Jahre.
Sie kehrte auf Wunsch eines Komponisten zurück, der es nicht mehr erlebte
Francesco Cilea bat sie, die Titelrolle seiner Oper "Adriana Lecouvreur" noch einmal zu singen. Am 3. Februar 1951 tat sie es, am Teatro Grande in Brescia.
Cilea erlebte das nicht mehr. Er war weniger als drei Monate zuvor gestorben. Eine Sängerin kehrt nach zehn Jahren auf die Bühne zurück, um den Wunsch eines Mannes zu erfüllen, der die Erfüllung nicht mehr sehen kann: Das ist der Kern dieser Biografie, und der Rest folgt daraus.
Debüt an der Metropolitan Opera mit 65 Jahren
1975 stand Olivero zum ersten Mal an der Metropolitan Opera in New York, als kurzfristiger Ersatz für Birgit Nilsson in Puccinis "Tosca". Sie war 65 Jahre alt. Es blieb bei drei Vorstellungen, die letzte am 18. April 1975, und das Publikum empfing sie mit stürmischem Beifall.
Zum Vergleich in derselben Rubrik: Jessye Norman debütierte 1983 mit 38 Jahren an diesem Haus, Mario del Monaco 1950 mit 34. Ein Debüt mit 65 ist an einem Haus dieser Größenordnung ohne Beispiel.
Nur zwei vollständige Studioaufnahmen
Von einer Sängerin mit 57 Jahren Bühnenlaufbahn existieren lediglich zwei vollständige Studioaufnahmen ganzer Opern: "Turandot" von 1938 und "Fedora" von 1969. Dazwischen nahm sie von 1939 bis 1953 einzelne Arien für Cetra auf.
Das ist der Grund, warum sie außerhalb des Opernpublikums kaum bekannt ist. Ihr Ruf beruht auf Auftritten, nicht auf Platten, und Auftritte verschwinden.
Die Sängerin Marilyn Horne sagte über sie, sie habe auf der Bühne praktisch Schauspiel- und Gesangsunterricht gegeben, man lerne beim Zusehen mehr als aus den meisten Büchern über beide Fächer. Der Kritiker Rodolfo Celletti nannte ihr Finale der "Traviata" die faszinierendste Aufnahme dieser Szene überhaupt.
Gestorben am 8. September 2014 in Mailand, mit 104 Jahren
Ihr letzter Bühnenauftritt fand im März 1981 in Verona statt, in "La Voix humaine", da war sie 71. Danach sang sie weiter Kirchenmusik am Ort und trat gelegentlich noch auf, ihr letztes öffentliches Konzert gab sie am 5. November 1991 in Mailand mit 81 Jahren.
Magda Olivero stirbt am 8. September 2014 in Mailand im Alter von 104 Jahren. Sie gehört damit zu den ältesten Personen im geprüften Bestand dieser Seite, nachzulesen unter Zu jung gestorben, nachgerechnet.
