
Die Telefonzelle in Zahlen
1991 standen rund 200.000 öffentliche Telefone in Deutschland. 2022 waren es 12.000. Die Zahlen dazwischen stammen aus Behördenberichten, und sie sind unruhiger, als man erwarten würde.
Der Bestand, Jahr für Jahr
Gezählt: öffentliche Telefonstellen, also Münz- und Kartentelefone, einschließlich der Geräte von Wettbewerbern.
- 1989140.000
- 1991200.000
- 1992200.000
- 1993200.000
- 1998148.000
- 1999120.500
- 2001112.000
- 2002110.100
- 2003107.000
- 2004106.000
- 2005108.000
- 2006109.000später geändert
- 2007110.000später geändert
- 2008104.000später geändert
- 200994.000später geändert
- 201070.000
- 201166.000später geändert
- 201252.000
- 201348.000später geändert
- 201436.000später geändert
- 201529.000später geändert
- 201626.000später geändert
- 201723.000später geändert
- 201818.000
- 201915.700
- 202014.600
- 202212.000
Gelbe Balken markieren Jahre, deren Wert die Behörde später selbst nach unten korrigiert hat oder für die zwei Zahlen im Umlauf sind. Das betrifft 10 der 27 Jahre.
Warum die Reihe unruhiger ist als der Rückgang
Gezählt werden Geräte, nicht Häuschen. Die amtliche Größe heißt "öffentliche Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone)" und umfasst die Telekom und ihre Wettbewerber. Sie schließt offene Telefonsäulen und Basistelefone ein, die die Telekom ab etwa 2000 an die Stelle der Zellen setzte. Die Werte für 1989 bis 1993 stammen aus Berichten des Betreibers selbst und sind mit den späteren Behördenzahlen nur eingeschränkt vergleichbar.
Der auffälligste Fall ist das Jahr 2006, in dem der Bestand erstmals seit Jahren wieder stieg. Die Behörde führte das auf Reisende zurück, die nach der Euro-Einführung wieder häufiger öffentlich telefonierten. Wer nur den Endpunkt zeigt, verliert solche Ausschläge.
Was die Reihe nicht hergibt
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht das jeweils laufende Jahr als Prognosewert und korrigiert ihn ein Jahr später in der Tabelle des nächsten Berichts, fast immer nach unten. Im Feld abgrenzung steht deshalb jeweils, welcher Wert später an die Stelle des zitierten trat. Für 2000, 2005 im Fließtext, 2021 und alle Jahre vor 1989 gibt es keine Angabe. Die Zahlen des Betreibers widersprechen einander: Die Geschäftsberichte der frühen neunziger Jahre nennen rund 200.000, die Telekom schrieb 2022 von "ehemals über 160.000 öffentlichen Telefonen", ein Projektleiter des Unternehmens sagte 2019, in den besten Zeiten seien es über 100.000 gewesen. Ein geprüftes Höchstjahr lässt sich daraus nicht bilden. Mehrere der verlinkten PDF stehen nicht mehr auf den Seiten der Behörde, sondern im Dokumentenarchiv von post-und-telekommunikation.de. Die Belege sind wörtlich übernommen, Silbentrennungen der PDF wurden aufgelöst.
Erhoben am 2026-08-29. Jahres- und Tätigkeitsberichte der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (1998 bis 2004) und der Bundesnetzagentur (2004 bis 2020), Geschäftsberichte der Deutschen Bundespost und der Deutschen Bundespost Telekom (1989 bis 1993) sowie eine Mitteilung der Deutschen Telekom AG vom 26. Oktober 2022 Die Einordnung und die Geschichte der Bauformen stehen im Beitrag Die Telefonzelle in Zahlen.
Alle Belegsätze im Wortlaut
1989: 140.000
Es ist vorgesehen, die Hälfte der ca. 140.000 öffentlichen Sprechstellen mit Kartentelefonen auszustatten.
Deutsche Bundespost. Öffentliche Sprechstellen der Deutschen Bundespost, früheres Bundesgebiet. Die Zahl steht in einem Nebensatz über den Ausbau der Kartentelefone, nicht in einer Bestandstabelle.
Quelle1991: 200.000
Rund 200.000 öffentliche Telefonstellen stehen den Kunden der TELEKOM zur Verfügung.
Deutsche Bundespost Telekom. Öffentliche Telefonstellen der Deutschen Bundespost Telekom, Gesamtdeutschland nach der Vereinigung.
Quelle1992: 200.000
Etwa 200.000 öffentliche Telefonstellen stehen den Kunden von TELEKOM zur Verfügung.
Deutsche Bundespost Telekom. Öffentliche Telefonstellen der Deutschen Bundespost Telekom, Gesamtdeutschland. Davon etwa 38.000 Kartentelefone, der Rest Münzfernsprecher.
Quelle1993: 200.000
TELEKOM betreibt derzeit rund 200.000 öffentliche Telefone.
Deutsche Bundespost Telekom. Öffentliche Telefone der Deutschen Bundespost Telekom, Gesamtdeutschland. Im selben Jahr wurden rund 12.000 Münzapparate gegen Kartentelefone getauscht.
Quelle1998: 148.000
Per 31.12.1998 gab die Deutsche Telekom AG ihren Bestand an öffentlichen Telefonstellen mit etwa 148 000 an.
Deutsche Telekom AG, wiedergegeben von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Bestand der Deutschen Telekom AG zum Stichtag 31.12.1998, von ihr selbst gemeldet. Wettbewerber sind nicht enthalten.
Quelle1999: 120.500
So ging die Gesamtzahl der Münz- und Kartentelefone von 120 500 Ende 1999 auf 112 400 Ende 1. Quartal 2001 zurück.
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Münz- und Kartentelefone insgesamt, Telekom und Wettbewerber, Stand Jahresende.
Quelle2001: 112.000
Infolge der Verbreitung von Mobiltelefonen hat sich der Bedarf und Bestand an Münz- und Kartentelefonen Ende 2001 auf 112.000 reduziert mit einem Wettbewerberanteil von 2,8 Prozent.
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Münz- und Kartentelefone insgesamt, Wettbewerberanteil 2,8 Prozent. Für das Ende des 1. Quartals 2001 nennt dieselbe Behörde 112.400.
Quelle2002: 110.100
Infolge der Verbreitung von Mobiltelefonen hat sich der Bestand an Münz- und Kartentelefonen Ende 2002 auf 110 100 und Ende des 1. Quartals 2003 weiter auf 109 700 reduziert.
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Münz- und Kartentelefone insgesamt. Der Jahresbericht 2002 derselben Behörde nennt für Ende 2002 rund 109.000, der Tätigkeitsbericht 2002/2003 nennt 110.100.
Quelle2003: 107.000
Infolge der Verbreitung von Mobiltelefonen hat sich der Bedarf und Bestand an Münz- und Kartentelefonen Ende 2003 auf 107.000 reduziert.
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Münz- und Kartentelefone insgesamt, Wettbewerberanteil 3,4 Prozent.
Quelle2004: 106.000
Infolge der Verbreitung von Mobiltelefonen hat sich der Gesamtbestand an Münz- und Kartentelefonen Ende 2004 auf 106.000 und Ende des I. Quartals 2005 weiter auf 105.000 reduziert.
Bundesnetzagentur. Münz- und Kartentelefone insgesamt. Für das Ende des 1. Quartals 2005 nennt dieselbe Stelle 105.000.
Quelle2005: 108.000
Öffentliche Telefonstellen 0,106 0,0038 3,6 % 0,108 0,0040 3,7 % 0,109 0,0036 3,3 %
Bundesnetzagentur. Wert aus der Tabellenzeile des Jahresberichts 2006 (Spalten 2004, 2005, 2006), kein Satz im Fließtext. Angabe in Millionen, also 0,108.
Quelle2006: 109.000
Münz- und Kartentelefone sind demzufolge wieder leicht angewachsen auf einen Bestand von 109.000.
Bundesnetzagentur. Erstmals seit Jahren ein Anstieg, von der Behörde mit Reisenden aus dem Euroraum begründet. Die Tabelle des Jahresberichts 2008 korrigiert den Wert später auf 110.000.
Quelle2007: 110.000
Der Bestand an Münz- und Kartentelefonen lag 2007 wie im Vorjahr bei rund 110.000.
Bundesnetzagentur. Später zweimal nach unten korrigiert: die Tabelle des Jahresberichts 2008 nennt 108.000, die des Jahresberichts 2009 nennt 107.000.
Quelle2008: 104.000
Der Gesamtbestand an öffentlichen Telefonstellen lag Ende 2008 bei rund 104.000 Münz- und Kartentelefonen und ist damit leicht rückläufig.
Bundesnetzagentur. Münz- und Kartentelefone insgesamt, Wettbewerberanteil 2,7 Prozent. Die Tabelle des Jahresberichts 2010 korrigiert den Wert auf 102.000.
Quelle2009: 94.000
Der Gesamtbestand an öffentlichen Telefonstellen liegt Ende 2009 voraussichtlich bei rund 94.000 Münz- und Kartentelefonen und entwickelt sich damit rückläufig.
Bundesnetzagentur. Prognosewert. Die Tabelle des Jahresberichts 2011 korrigiert ihn auf 84.000.
Quelle2010: 70.000
Öffentliche Telefonstellen 0,084 0,0017 2,0 0,070 0,0015 2,1 0,066 0,0014 2,1
Bundesnetzagentur. Wert aus der Tabellenzeile des Jahresberichts 2011 (Spalten 2009, 2010, 2011e), kein Satz im Fließtext. Der Jahresbericht 2010 hatte 79.000 prognostiziert.
Quelle2011: 66.000
Der Gesamtzahl der öffentlichen Telefonstellen liegt Ende 2011 voraussichtlich bei rund 66.000 Münz- und Kartentelefonen.
Bundesnetzagentur. Prognosewert. Die Tabelle des Tätigkeitsberichts 2012/2013 korrigiert ihn auf 60.000.
Quelle2012: 52.000
Die Gesamtzahl der öffentlichen Telefonstellen (Münz und Kartentelefone) lag Ende 2012 bei rund 52.000.
Bundesnetzagentur. Die Tabelle des Tätigkeitsberichts 2012/2013 nennt für dasselbe Jahr 50.000.
Quelle2013: 48.000
Der Gesamtbestand der öffentlichen Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone) lag zum Jahresende bei rund 48.000.
Bundesnetzagentur. Schätzwert. Die Tabelle des Tätigkeitsberichts 2014/2015 korrigiert ihn auf 40.000.
Quelle2014: 36.000
Der Gesamtbestand der öffentlichen Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone) lag zum Jahresende bei rund 36.000.
Bundesnetzagentur. Das Universaldienst-Kapitel desselben Berichts nennt für Ende 2014 dagegen 35.000 Geräte. Die Tabelle des Jahresberichts 2016 korrigiert den Wert auf 31.000.
Quelle2015: 29.000
Der Gesamtbestand an öffentlichen Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone) liegt zum Jahresende 2015 bei rund 29.000.
Bundesnetzagentur. Die Tabelle des Jahresberichts 2017 korrigiert den Wert auf 28.000. Das Universaldienst-Kapitel des Jahresberichts 2015 nennt für November 2015 etwa 29.000 Geräte.
Quelle2016: 26.000
Ende 2016 lag der Bestand an Münz- und Kartentelefone bei etwa 26.000 Geräten.
Bundesnetzagentur. Angabe aus dem Universaldienst-Kapitel. Die Tabelle des Jahresberichts 2018 korrigiert den Wert auf 25.000.
Quelle2017: 23.000
Der Gesamtbestand an öffentlichen Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone) liegt zum Jahresende 2017 bei rund 23.000.
Bundesnetzagentur. Die Tabelle des Jahresberichts 2019 korrigiert den Wert auf 22.000.
Quelle2018: 18.000
Der Gesamtbestand an öffentlichen Telefonstellen (Münz- und Kartentelefone) lag zum Jahresende 2018 bei rund 18.000.
Bundesnetzagentur. Marktteil des Jahresberichts. Das Universaldienst-Kapitel desselben Berichts nennt ebenfalls etwa 18.000 Geräte.
Quelle2019: 15.700
Ende 2019 lag der Bestand an Münz- und Kartentelefonen bei etwa 15.700 Geräten.
Bundesnetzagentur. Angabe aus dem Universaldienst-Kapitel. Der Marktteil desselben Berichts erwartet für das Jahresende 2019 rund 16.000.
Quelle2020: 14.600
Ende 2020 betrug der Bestand an Münz- und Kartentelefonen rund 14.600 Geräte
Bundesnetzagentur. Angabe aus dem Universaldienst-Kapitel, im Druck ohne abschließenden Punkt. Der Marktteil desselben Berichts nennt für dasselbe Stichdatum rund 16.000 nach vorläufigen Berechnungen. Letzte amtliche Zahl der Reihe.
Quelle2022: 12.000
Verblieben sind noch rund 12.000 öffentliche Telefone, die nun ebenfalls abgeschaltet werden.
Deutsche Telekom AG. Angabe des Betreibers zum Stand 26. Oktober 2022, nicht behördlich geprüft. Es ist der Bestand, der ab dem 21. November 2022 abgeschaltet wurde.
Quelle